Doppelter Abi-Jahrgang: Schüler sind besorgt

Doppelter Abi-Jahrgang: Schüler sind besorgt

Wuppertals Schülervertreter sehen Nachteile durch Konkurrenzkampf.

Wuppertal. Das Wuppertaler Schülerparlament (WSP) hat sich in einem offenen Brief besorgt zum Thema Doppeljahrgang 2013 geäußert. Die Schülervertreter befürchten angesichts von 50.000 zusätzlichen Studienberechtigten durch den Doppeljahrgang einen verschärften Konkurrenzkampf um Studienplätze. Zudem haben nach WSP-Angaben viele Schüler die Sorge, „nach ihrem Abitur keinen Studienplatz zu erhalten beziehungsweise während ihres Studiums unter überfüllten Hörsälen und schlechten Lernbedingungen leiden zu müssen“.

In dem an Wuppertals Uni-Rektor Lambert T. Koch, den Schuldezernenten Matthias Nocke sowie an Wuppertaler Rats- und Landtagsabgeordnete gerichteten Brief schreibt das WSP zudem, dass die Schüler, die 2013 nach zwölf Schuljahren ihr Abitur machen, durch das ihnen fehlende Schuljahr nur unzureichend auf das Studium vorbereitet sein könnten.

Das WSP, das in Wuppertal 40.000 Schüler weiterführender Schulen vertritt, sieht nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei Eltern und Lehrern diesbezügliche Befürchtungen. Das WSP kritisiert daher die Landesregierung, Unis und die Kommunen, sie hätten sich zwar auf den Doppeljahrgang vorbereitet — doch die Schüler seien überhaupt nicht darüber informiert, ob diese Vorbereitungen ausreichen. Das WSP verlangt daher, die Sorgen der Schüler auch in Wuppertal ernst zu nehmen und ihnen die gleichen Bildungschancen zur ermöglichen wie den Abitur-Jahrgängen vor ihnen.

Hintergrund des Briefs: 2013 sind in Nordrhein-Westfalen sehr große Abitur-Jahrgänge zu erwarten, da dann sowohl die letzten Gymnasiasten mit 13-jähriger Schulzeit als auch die ersten mit 12-jähriger Schulzeit die Schulen verlassen werden. Das wird, wie berichtet, für Engpässe an den Unis sorgen — zumal diese bereits jetzt wegen des Wegfalls der Studiengebühren in NRW und wegen der Abschaffung der Wehrpflicht einen Rekord-Ansturm an Studienanfängern verzeichnen.

Für mehr Informationen: www.wsp-online.org

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