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Dominikus Schwaderlapp schickt Wuppertaler Schmuck-Stein auf die Reise

Projekt : Dominikus Schwaderlapp schickt ersten Schmuck-Stein auf die Reise

Der Weihbischof machte in Ronsdorf Station und besuchte eine Gruppe mit Kunsthandwerkern, die zu Weihnachten viele Botschaften in die Welt senden wollen.

Der Rehsiepen stellt für viele Außenstehende eine Art „Ghetto“ dar: Eine Hochhaussiedlung in einem Quartier, das abgeschieden vom Rest des Stadtteils schon fast alleine steht. Die Mitglieder von „Miteinander in Ronsdorf“ sehen das anders. Die seit 2015 bestehende Initiative sieht im Rehsiepen eine Chance, gemeinsam mit den Menschen etwas zu verändern. Auch was die Umgebung angeht, soll eine Veränderung stattfinden. Dazu wurde Ende 2018 eine Wohnung in dem Hochhausviertel angemietet, in der die Initiative  Begegnungsstätte und Treffpunkt betreibt. Seit Februar 2019 werden dort auch unterschiedliche Aktivitäten angeboten. Ziel ist es, dadurch gemeinsam das Quartier zu entwickeln. In Sprachkursen erlernen die Frauen nach ihrer Flucht zum Beispiel die deutsche Sprache, während die Kinder in kreativen Projekten betreut werden.

Angekommene Kinder
schicken Steine auf die Reise

Unter der Trägerschaft der LAG Kunst und Medien des Ministeriums für Kinder, Familien und Flüchtlinge NRW leitet Ute Scholl-Halbach, ein Mitglied der Initiative, das Kunstprojekt „die Reise der Steine“. Dabei vermeidet sie das Wort Flüchtlingskinder und bevorzugt den Ausdruck „angekommene Kinder“.

Sie gestaltet im Rahmen des Projektes gemeinsam mit den Gruppen Steine, die mit Mosaikteilen beklebt, verfugt und anschließend bemalt werden. Bis Weihnachten sollen so bis zu 200 Steine angefertigt und von den Kindern als Gruß in die Welt verschickt werden. Zu Beginn sollen die kleinen Kunstwerke noch mit Informationszetteln versehen werden, denn dahinter verbirgt sich ein Plan.

Der Finder soll ein Foto des Steins machen und dies der Initiative zukommen lassen. Die Kinder werden dazu eine Facebook-Seite erstellen und „die Reise der Steine“ dort dokumentieren. Anschließend wird der Stein wieder irgendwo platziert, damit die Reise weitergehen kann.

Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof aus dem Erzbistum Köln, zeigte in der vergangene Woche seine Begeisterung über die Entwicklung im Quartier und die Pläne der Initiative. Durch die angebotenen Sprachkurse seien bemerkenswerte Fortschritte erreicht worden. Wichtig ist, dass nicht nur „Miteinander in Ronsdorf“ die Frauen unterstützt, die das Begegnungszentrum besuchen. Auch das Miteinander der Besucherinnen findet respektvoll und auf Augenhöhe statt. Sie unterstützen sich gegenseitig und ergänzen sich durch  individuelle Stärken, um so gemeinsam den Entwicklungsprozess immer weiter anzutreiben.

Die Mitglieder möchten auf die Bedürfnisse eingehen, um die Anwohner so Stück für Stück mehr in die Gesellschaft zu integrieren. Somit gehört auch zu den Zielen der Initiative, dass die Besucherinnen nach Abschluss des Sprachkurses einen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden. Einige von ihnen haben in ihrer ehemaligen Heimat einen Beruf erlernt oder studiert.  „Miteinander in Ronsdorf“ will sich darauf konzentrieren, den Rehsiepen vom bislang eher negativen Image zu befreien. Als eine erste Maßnahme dazu haben die Mitglieder mit den Bewohnern der Siedlung Blumenkästen aufgestellt und diese bepflanzt.

Als Abschiedsgeschenk erhielt Dominikus Schwaderlapp von den Teilnehmern des Projekts „Die Reise der Steine“ einen kunstvoll verzierten Stein mit auf den Weg. Der Weihbischof will ihn auf einer seiner nächsten Reisen weitergeben.