Wuppertal: Dominik Korthaus will ein Schwebebahn-Museum

Wuppertal: Dominik Korthaus will ein Schwebebahn-Museum

Der 20-jährige Dominik Korthaus wollte einen neuen Verein für ein Schwebebahn-Museum in Wuppertal gründen. Der Förderverein Historische Schwebebahn lud ihn jetzt zu seiner nächsten Vorstandssitzung ein.

Wuppertal. Die Wuppertaler Museenlandschaft um ein wichtiges Segment zu erweitern, hat sich der erst 20 Jahre alte Dominik Korthaus auf die Fahnen geschrieben: Er will ein Schwebebahn-Museum einrichten. Deshalb wollte er am Sonntag in der Hako-Event-Arena den Verein „Interessengemeinschaft Schwebebahn-Museum Wuppertal“ gründen.

Ein Teil einer historischen Schwebebahn. Foto: Klaus Stein

In der Arena tagt nicht nur der 35 Mitglieder starke Förderverein Historische Schwebebahn, sondern der vom Hausherrn Bernd Bigge erworbene Wagen 10 aus dem Jahr 1900 bildet auch die eindrucksvolle Kulisse zu den turnusmäßigen Sitzungen.

Dominik Korthaus, ein junger Visionär mit lokalem Geschichtsbewusstsein, konnte rund ein Dutzend interessierte Bürger begrüßen und nannte auch den aktuellen Anlass für diese Zusammenkunft: „Wenn mit dem Austausch der Wagen und der Einführung des neuen Betriebssystems der große Ausbau abgeschlossen ist, stellt sich die Frage, wohin mit den Dingen, die nun für den alltäglichen Betrieb nicht mehr zu gebrauchen sind.“

Die Antwort sollte natürlich „Schwebebahn-Museum“ lauten. Doch Bigge, der in seinen Räumen schon diverse Schwebeahn-Devotionalien beherbergt, hatte schon ähnliche Gedanken, von der Stadt Wuppertal jedoch stets gehört, das dafür weder Geld noch Platz da sei.

So ruht beispielsweise die Patentschrift des Schwebebahn-Erfinders Eugen Langen „Hochbahn mit freischwebenden hängenden Personenwagen. Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. Januar 1893“ ebenso in Kopie in den Vitrinen bei Hako wie die Konstruktionszeichnungen von Anton Rieppel, dem Erfinder des Schwebahngerüsts. Viele riesige Fotos, erstellt von „Koch am Wall“, zieren zudem die Wände in einem anderen Gastraum.

Korthaus weiß, dass nicht nur bei Bernd Bigge, sondern auch in diversen privaten Sammlungen Sehenswertes aus der Geschichte von Wuppertals Wahrzeichen und wichtigsten Verkehrsmittel schlummern. Er will, dass all dies an zentraler Stelle zusammengetragen und den Bürgern der Stadt und auswärtigen Gästen sichtbar gemacht wird.

Bedauern zeigt der junge Enthusiast, dass der echte Kaiserwagen, mit dem Kaiser Wihelm II. und seine Gemahlin Auguste 1900 geschwebt sind, ein eher unspektakuläres Dasein auf einem Campingplatz im Hunsrück fristet. Korthaus selbst hat einen anderen Wagen der Baureihe 50 bei einem Nordseeurlaub an der Küste entdeckt.

„Die Geschichte der Schwebebahn ist über das ganze Land verstreut“, sagt Korthaus, der aber auch auf das „kleine Schwebebahnmuseum“ im Vohwinkeler Stationsgarten hinweist.

Die anwesenden Gäste lobten den Elan des jungen Schwebebahn-Enthusiasten, gaben jedoch realistisch zu bedenken, dass das Zusammentragen der unterschiedlichen Andenken an die Schwebebahngeschichte und das „Heimholen“ historischer Wagen mit enormen Kosten verbunden seien, die ein junger Verein kaum stemmen könne.

Neben dem schon vorhandenen Förderverein einen weiteren Verein zu gründen, hielt man als „Verzettelung“ für wenig sinnvoll. Die allgemeine Meinung war, den Elan und das Engagement von Dominik Korthaus nicht verpuffen zu lassen, sondern für den Förderverein zu nutzen.

„Es hat im Laufe der Jahre viele Konzepte für ein Mobilitätsmuseum gegeben“, warf Jürgen Eidam, Gründungsmitglied des Vereins Bergische Museumsbahnen ein, sah jedoch noch keins verwirklicht.

Man kam auf Vorschlag von Bernd Bigge, 2. Vorsitzender des Fördervereins, überein, Dominik Korthaus und die anwesenden Museumsfreunde zur Vorstandssitzung des Fördervereins im Oktober einzuladen.

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