Döppersberg: Der Busbahnhof ist eröffnet worden

Döppersberg : Busbahnhof belebt den Döppersberg

100 000 Fahrgäste kommen jetzt täglich mit Bussen und Bahnen am Hauptbahnhof an.

Nach der Wiedereröffnung der B7 im Sommer 2017 ist mit der Eröffnung des zentralen Busbahnhofs eine weitere große Etappe beim Umbau des Döppersbergs geschafft. Mehrere hundert Besucher nahmen am Samstag trotz Nieselregens an der Eröffnungsfeier teil, drehten eine Runde zu Fuß über den neugestalteten oberen Platz und schlenderten durch die Einkaufspassage (Mall). Am Sonntag lief der Betrieb auf dem Busbahnhof im reduzierten Feiertagsmodus reibungslos, der Härtetest steht den WSW mit dem Berufsverkehr ab Montag noch bevor.

Oberbürgermeister Andreas Mucke nahm das nasskalte Wetter mit Humor: „Endlich haben wir nach dem trockenen Sommer wieder Wuppertaler Wetter. Da können wir gleich testen, wie die neuen Dächer über den Bussteigen funktionieren“, sagte er mit Augenzwinkern. Und fügte hinzu: „Endlich hat Wuppertal einen Busbahnhof, der diesen Namen verdient.“ Pünktlich um 11 Uhr war ein Sonderbus mit Ehrengästen vorgefahren. Pünktlich waren die Arbeiten am oberen Platz und am Busbahnhof nach rund vier Jahren Bauzeit abgeschlossen worden. Dietmar Bell, Aufsichtsratsvorsitzender der Wuppertaler Stadtwerke, sprach von einem „Qualitätssprung für den Öffentlichen Personennahverkehr, der dringend notwendig gewesen ist.“ Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil, erinnerte an die Lage und Beschaffenheit des früheren Busbahnhofs. „Die Haltestellensituation an der B7 war alles andere als glücklich. Unsere Fahrgäste mussten abenteuerliche Wege beim Umsteigen zurücklegen.“

Hier fährt der erste Bus in den neuen Bahnhof am Döppersberg

11,5 Millionen Euro hat der neue Busbahnhof gekostet. Rund 65 000 Fahrgäste werden dort täglich erwartet. Bis zu 120 Busse können pro Stunde an- und abfahren, bis zu 18 Busse gleichzeitig die Bussteige anfahren. Mit weiteren rund 40 000 Fahrgästen rechnet die Bahn, die am Samstag offiziell die Einkaufspassage (Mall) am Hauptbahnhof in Betrieb genommen hat. Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Bahn in NRW, verkündete, dass inzwischen neun Läden in der Mall bezogen worden sind und weitere Betriebe folgen werden. Die Bahn selbst ist bisher nur mit einem Hinweisschild auf das provisorische Reisezentrum in einem Container an Gleis 1 in der Mall vertreten, was aber in den Festtagsreden nicht zur Sprache kam.

Busbahnhof und Mall lockten am Wochenende viele Neugierige an

Mit dem Umbau der B7, dem oberen und unteren Platz, dem Busbahnhof und der Mall ist die Stadt hingegen voll im Zeitplan, der die Fertigstellung bis Ende 2018 vorsieht. Am Döppersberg eröffnen sich nun ganz neue Fußverbindungen für die Passanten, die am Wochenende von vielen Wuppertalern erkundet wurden. „Die Reaktionen auf den neuen Busbahnhof sind bisher zu 99 Prozent positiv“, sagte Jörg Andres vom Kundencenter am Sonntag. Die WSW sind bis Mittwoch mit einem WSW mobil vor Ort, ein WSW-Center in der Mall ist eine weitere Anlaufstation. Zudem geben an den ersten Tagen WSW-Mitarbeiter an den Bussteigen Auskunft.

Mit der Freigabe des Busbahnhofs wurde der obere Platz eröffnet, zu dem eine große Freitreppe führt. Seit Samstag sind der Aufzug von der Geschäftsbrücke zum oberen Platz sowie die Aufzüge, die Mall und Busbahnhof verbinden, in Betrieb. OB Mucke dankte stellvertretend den Projektleitern Udo Lauersdorf und Martina Langer für ihren Einsatz. Eine kritische Anmerkung gab es aber vom Podium. Mucke wünscht sich, dass in Zukunft noch mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Der ÖPNV müsse an Attraktivität gewinnen. Er habe sich daher statt dem Wegfall von einigen Buslinien im neuen Fahrplan mehr Buslinien gewünscht. „Aber darüber wird zu reden sein“, sagte Mucke in Richtung WSW.

„Ich bin gespannt wie es im Berufsverkehr läuft und werde mir das am Montag einmal ansehen“, sagte Karin Sauer, die zu den vielen Gästen der Eröffnungsfeier zählte. „Wie hier 120 Busse in der Stunde rein- und rausfahren sollen, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen“, sagt Barbara Huigen-Janshen, die fast jeden Tag mit dem Bus unterwegs ist. Beide wünschen sich, dass die Sanierung des historischen Empfangsgebäudes bald abgeschlossen ist. Werner Lübberink machte den Wuppertalern Hoffnung. Die Bahn habe sich bereit erklärt, einen Investor für den Betrieb des Bahnhofsgebäudes bis zum Frühjahr 2019 zu finden oder aber das Gebäude selbst zu sanieren und zu nutzen, erneuerte Lübberink das Versprechen der Bahn.

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