Döppersberg-Baustelle: Restaurant durfte Miete nicht kürzen

Döppersberg-Baustelle: Restaurant durfte Miete nicht kürzen

Wirt hätte von Baustelle wissen müssen.

Wuppertal. Die Döppersberg-Baustelle hat dem Inhaber eines Restaurants am Hauptbahnhof das Geschäft verdorben. Seine Mietminderung war aber unzulässig, erfuhr er am Donnerstag vorm Landgericht. Er muss nun 34.800 Euro nachzahlen.

Seit dreißig Jahren bewirtet er in direkter Nähe des Hauptbahnhofs Gäste. Doch derzeit finden nur noch wenige zu ihm. Er hat daher seit März 2013 seine Mietzahlungen drastisch gemindert, höchstens die Hälfte der fälligen über 3000 Euro gezahlt.

Die Immobiliengesellschaft ist inzwischen pleite. Der Insolvenzverwalter klagte die ausstehende Miete ein. Zu Recht, so das Gericht. Denn der Wirt hatte den Mietvertrag erst im Februar 2013 erneuert. Damals sei der Plan für den Döppersberg-Umbau „stadtbekannt“ gewesen, so das Gericht. Den Abschluss des Mietvertrags nannte es „grob fahrlässig“.

Der befristete Vertrag ist seit Juni ausgelaufen, einen neuen gibt es nicht. Das Gericht schlug aber vor, den Betrieb gegen eine Nutzungsentschädigung zu dulden - neue Mieter seien ja nicht zu finden. Dem Wirt riet es, die Schuld anzuerkennen. Was der nach einem Gespräch mit seinem Anwalt auch tat.

In zwei Wochen verhandelt das Gericht über eine weitere Klage der Immobiliengesellschaft gegen Mietminderungen wegen der Baustelle. Dabei geht es um ein Bürogebäude.

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