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„Digitalisierung hat viele Vorteile“

„Digitalisierung hat viele Vorteile“

IHK und Neue Effizienz veranstalten heute einen Fachkongress bei der Berger-Gruppe. Die WZ sprach mit Jochen Stiebel, Geschäftsführer der Neuen Effizienz.

Herr Stiebel, am Mittwoch veranstalten die Berger-Gruppe, die Bergische IHK und die Neue Effizienz - die Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz einen Kongress zum Thema Digitalisierung. Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Foto: C. Heinemann

Jochen Stiebel: Unser Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten einer digitalen Produktion entlang ihrer Handlungsfelder zu bieten, eine Plattform für den Erfahrungsaustausch zu schaffen und neue Impulse für die Region zu setzen. Die Berger-Gruppe ist ein hochspezialisiertes Unternehmen, das sich schon lange mit Digitalisierung im Maschinenbau auseinandersetzt. Wir sind sehr stolz, den Kongress dort vor Ort durchführen zu können und freuen uns ebenso über das Interesse der IHK, die Veranstaltung zu begleiten.

An welche Teilnehmer richtet sich der Kongress?

Stiebel: Mit dem Kongress wenden wir uns an produzierende Unternehmen der Region, Vertreter aus anderen Branchen oder aus der Wissenschaft sind ebenfalls willkommen.

Das Thema „Digitalisierung“ ist ein weites Feld. Es umfasst Begriffe wie Big Data, Industrie 4.0 oder Internet der Dinge. Wie kann es so umfangreiches Themengebiet anschaulich und praxisnah vermittelt werden?

Stiebel: Wir haben uns das weite Feld der Digitalisierung angeschaut und dieses auf sechs verschiedene Handlungsfelder runtergebrochen. Für jedes dieser Felder haben wir Spezialisten gefunden, die in ihren Bereichen zu den Vorreitern gehören. Somit findet jeder Teilnehmer des Kongresses direkte Anknüpfungspunkte für das, was er schon tut, und bekommt gleichzeitig Ideen, wie sich das Unternehmen digital noch weiter entwickeln kann.

Welche Mehrwert, welchen Nutzen kann die Digitalisierung für die hiesigen Unternehmen bringen?

Stiebel: Eine Digitalisierung der Produktion hat viele Vorteile für die hiesigen Unternehmen. Viele Firmen haben sich in Teilen mit Digitalisierung bereits auseinandergesetzt - zum Beispiel im Vertrieb oder in der Produktionsplanung. Viele Chancen der Digitalisierung liegen in der Verknüpfung zwischen betrieblichen Prozessen. Aus unserer Sicht steckt in der Digitalisierung eine sehr gute Gelegenheit, Effizienz im Energieverbrauch oder Materialverbrauch zu steigern. Dafür muss man zuerst erkennen, an welcher Stelle genau etwas verbraucht wird und das dann auswerten. Da helfen digitale Prozesse ungemein.

Mitunter wird kritisiert, dass sich vor allem deutsche Unternehmen zu unflexibel zeigen und zu sehr in festgefahrenen Bahnen denken und handeln. Es fehlt sozusagen an der Bereitschaft zur „Disruption“. Wie bewerten Sie diese Kritik?

Stiebel: Ich sehe das nicht so, da gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region sehr oft über den Tellerrand hinausschauen und offen sind für neues. Die hohe Patentdichte in unserer Region ist einer von vielen Belegen dafür. Vielfach wäre es jedoch einfacher und schneller, neue Ideen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu entwickeln. Passende Partner zu finden und diese Verbindungen aufzubauen und zu begleiten ist eine der wesentlichen Aufgaben der Neuen Effizienz.