Dieser Kriminalroman hat besonders viel Wuppertaler Lokalkolorit

Literatur : Dieser Kriminalroman hat besonders viel Lokalkolorit

Regina Schleheck hat „Mörderisches Bergisches Land“ gschrieben.

In Wermelskirchen gibt es Bisonfleisch aus eigener Züchtung, in Solingen-Wald wartet ein Laurel & Hardy Museum auf Besucher und in Bergisch Gladbach steht ein architektonisch interessantes Kinderdorf Bethanien. Spannende Informationen rund um die Städte des Bergischen Landes bietet das neue Buch von Regina Schleheck „Mörderisches Bergisches Land“. Es kombiniert elf Krimis mit Lokalkolorit mit 125 Freizeittipps.

Die Krimis haben es in sich und Männer kommen dabei nicht immer gut weg: Sie treten oft als wenig intelligente und gewalttätige Machos auf. Eindringlich schildert Regina Schleheck – hauptberuflich Oberstudienrätin und Mutter von fünf Kindern – dagegen die Frauen: etwa die mit einem Türken verheiratete Analphabetin, die lakonisch über seine Ausfälle ihr gegenüber berichtet, oder die Staubsaugervertreterin, die einen vermeintlichen früheren Peiniger durch Manipulation seines Autos zu Tode bringen will.

Doch auch den katholischen Pfarrer im Beziehungsdreieck zwischen einem Flüchtling, den er bei sich aufgenommen hat, und den Dorfbewohnern in der Kneipe zeichnet die Autorin feinfühlig nach. Sie schafft es hervorragend, für die verschiedenen Typen ihrer oft sehr drastischen Krimis ganz unterschiedliche Sprachebenen zu finden. Und sie widmet ihre Kurzkrimis ganz unterschiedlichen Typen und Milieus.

Die Freizeittipps machen Lust darauf, sich auch einmal neue Ecken des Bergischen Landes anzusehen. Die Leverkusenerin Regina Schleheck versucht, das Prägende jeden Ortes zu entdecken, erklärt die Herkunft und Geschichte von kleineren Weilern und großen Städten ebenso wie Sehenswürdigkeiten und das kulturelle Angebot. Was dabei fehlt, sind eine Übersichtskarte sowie ein Inhaltsverzeichnis. Wer im ersten Krimi auf die auffällig nummerierten Orte und Sehenswürdigkeiten stößt und etwa nachgucken will, was eigentlich die „Wütende Wanze“ ist, läuft erst einmal ins Leere. Jeweils im Anschluss an die Krimis werden dann die dazugehörenden Orte beschrieben. Wenn dort jedoch wiederum auf weiter hinten liegende Orte verwiesen wird, hat der Leser Mühe, diese zu finden. Wer die 378 Seiten jedoch der Reihe nach liest, erfährt viel über das Bergische Land.

Regina Schleheck: Mörderisches Bergisches Land. 11 Krimis und 125 Freizeittipps, Gmeiner Spannung, 13 Euro.

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