Diese CDU-Delegierte aus Wuppertal sollen über Merkel-Nachfolge abstimmen

CDU in Wuppertal: Diese CDU-Delegierte aus Wuppertal sollen über Merkel-Nachfolge abstimmen

Angela Merkel gibt den Parteivorsitz auf und macht den Weg frei für mehrere Aspiranten. Auch Delegierte der Wuppertaler CDU werden darüber abstimmen. Beim Kreisparteitag wurden sie gewählt.

Kaum eine Zeit dürfte in der jüngeren Parteigeschichte der CDU spannender gewesen sein als die jetzige. Angela Merkel gibt den Parteivorsitz auf und macht den Weg frei für mehrere Aspiranten, die um das Amt konkurrieren. Das ist auch lokal relevant. Denn auf dem 78. Kreisparteitag der Wuppertaler CDU wurden die Delegierten für den Bundesparteitag gewählt.

Statt eine stille, schnelle Wahl abzuhalten und den Abend schnell über die Bühne zu bringen, mussten sich aber alle Kandidaten vorstellen – auf Antrag Christoph Brüssermanns. Dem folgte die dringende Bitte aus den Reihen der 122 Parteimitglieder an diesem Abend im Gemeindesaal Hottenstein, sich „Stand heute“ klar zu den Kandidaten für das Merkel-Amt zu positionieren.

Nur einer wollte sich
klar positionieren

Das wagte nur Rolf Köster. Er sagte Friedrich Merz sei ein exzellenter Wirtschaftsfachmann, „dem ich mein ganzes Vermögen anvertrauen würde – aber nicht den Parteivorsitz“. Köster befürchte einen Rechtsruck und ein Vakuum in der politischen Mitte. Er befürworte Annegret Kramp-Karrenbauer. Rosemarie Gundelbacher, Maria Schürmann, Anja Vesper, Rainer Spiecker, Jürgen Hardt und Christian Wirtz wollten die Regionalkonferenzen abwarten, bevor sie sich positionieren. Gewählt wurden dann Jürgen Hardt und Christian Wirtz, der sich aber von Rainer Spiecker vertreten lassen wird.

Fraktionsvorsitzender Müller kritisierte Köster im Nachgang für die Äußerung. Ein befürchteter Rechtsruck mit Merz sei „falsch“ und die Äußerung unangemessen.

Auch lokal ist es gerade spannend für die CDU. Das betonten sowohl der Kreisvorsitzende Rainer Spiecker als auch Müller. Die CDU sucht nach einer neuen Koalition. Nach der FDP-Absage sagte Müller, das sei sogar gut, mache es doch die Gespräche mit den Grünen leichter. Er begründete noch einmal das Ende der GroKo im Rat etwa mit dem „eigenmächtigen Handeln“ der Stadtspitze, damit, dass BVen übergangen würden und es an Prioritäten fehle. „Wir brauchen einen Bürgermeister, der seinen Aufgaben gewachsen ist“, sagte Müller. Die vom OB geforderte Liste der Prioritäten legte Müller selbst vor. Die CDU wolle sich künftig für einen Ratsbürgerentscheid zur Seilbahn einsetzen, für mehr neuen Wohnraum, für mehr Sicherheit und Sauberkeit („Schauen Sie sich an, wie die Straßen beim Sperrmüll aussehen!“), für eine Forensik auf der Kleinen Höhe, für das Pina-Bausch-Zentrum. „Eine Prioritätenliste schaffen wir auch ohne den Oberbürgermeister“, so Müller.

Dass die Themen für die CDU nicht nur politischer Natur sind, wurde beim Bericht des Schatzmeisters deutlich. Zahlen wurden öffentlich nicht genannt. Aber es war die Rede von „Sanierungsmaßnahmen“ und „Entschuldung“, die voraussichtlich erst 2021 abgeschlossen sei. Bis dahin sei die Partei auf Spenden angewiesen. Der beim Parteitag neu gewählte Schatzmeister Ludger Kineke, der Jochen Asbeck ablöst, freue sich auf „Aufgaben, die schwierig sind“.

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