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Die Zahl der Schüler mit Sportabzeichen sinkt wieder

Die Zahl der Schüler mit Sportabzeichen sinkt wieder

Stadtsportverband will mehr Jugendliche motivieren und ist über die Beteiligung an der Hauptversammlung enttäuscht.

Sprockhövel. Wenn wenige meckern, sind viele zumindest nicht unzufrieden. So könnte das Motto des Sprockhöveler Stadtsportverbandes nach der Jahreshauptversammlung lauten. Lediglich sieben der 39 dem städtischen Sportverband angeschlossenen Vereine folgten der Einladung des Vorstandes in die Haßlinghauser Sporthalle, wo sie eine entspannte Atmosphäre erlebten.

Das Fehlen so vieler Vereine — die meisten hatten sich vorab abgemeldet — enttäuschte nicht nur den Vorstand um Hans-Jürgen Piorreck, sondern hinterließ auch bei den anwesenden Vereins-Vertretern einen bitteren Beigeschmack. Volker Bosch, Geschäftsführer der TSG Sprockhövel, kritisierte das Verhalten und das schwindende Interesse der Verantwortlichen: „Die Vereine kennen doch selbst die Problematik, dass keiner mehr zu den Jahreshauptversammlungen erscheint.“

In der Folge nahmen die Mitglieder Berichte aus den verschiedenen Sparten zur Kenntnis, um dann den Vorstand zu entlasten. Sportwart Helmut Dikty berichtete in seinem Rückblick von ausgefallenen Stadtmeisterschaften im Tennis und Reiten. Zumindest die Pferdefreunde durften sich aber im März noch über ein nachgeholtes Turnier auf der Anlage „Auf der Gethe“ freuen. Einen wahren Fußball-Marathon kündigte Dikty für Juni (Junioren) und Juli (Senioren) an. Für diese Sportart gibt es mit André Meister, Geschäftsführer beim Oberligisten TSG Sprockhövel, zudem einen neuen Fachschaftsleiter.

In den vergangenen Jahren galt Sprockhövel im EN-Kreis als eine der Hochburgen in Sachen Sportabzeichen. Doch der Trend ist offenbar rückläufig. Zumindest äußerte Sportabzeichenwart Manuel Valentin Bedenken um den von ihm verantworteten Bereich. Die Zahlen, die für Bürgermeister Ulli Winkelmann stets Ansporn waren, von einem Sporthövel zu sprechen, scheinen zu bröckeln. 633 Sportler — rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr — ließen sich in diesem Jahr das Sportabzeichnen abnehmen. Damit verzeichnete die Stadt nach Schwelm (41 Prozent) die größten Verluste. Besonders in den Schulen sind die Zahlen stark rückläufig. Beispiel: An der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule legten von 1275 Schülern gerade einmal 83 Jugendliche das Sportabzeichen ab. Das ergibt im kreisweiten Vergleich den drittletzten Platz unter 16 Schulen.

Die möglichen Ursachen wurden von bei der Jahreshauptversammlung zwar viel diskutiert. Genauere Ursachen und Lösungen konnten aber nicht gefunden werden. „Wir bieten den Schulen jegliche Hilfe an und unterstützen die Lehrer auf Wunsch sogar bei der Abnahme“, erneuerte Valentin das Angebot des Stadtsportverbandes. Ein Gegenbeispiel nannte Valentin auch: An der Mathilde-Anneke-Schule machten 217 von 221 Schülern ihr Abzeichen. Die Schule landete somit auf dem ersten Platz und wurde mit 300 Euro belohnt. Ernst wurde es auch beim Thema Datenschutz, das die zweite Vorsitzende Bärbel Stahlhut ansprach: „Das wird uns alle beschäftigen. Ich kann jedem Verein nur raten, sich damit auseinanderzusetzen“, so die erfahrene Amtsinhaberin. Nach vier Jahren legte Rita Gehnert ihr Amt als Pressesprecherin nieder. Dieser Posten wurde nicht neu besetzt.