Die Zahl der Einbrüche in Wuppertal geht zurück

Wohnungseinbrüche : Die Zahl der Einbrüche geht zurück

Die WZ zeigt auf wz.de eine Karte mit allen gemeldeten Fällen dieses Jahres - und erklärt, wie man sich am besten schützt.

Häuser, Wohnungen, Kioske, Sportanlagen, Firmen, Schulen, Kitas und Kirchen – es gibt keine Gebäude, vor denen Einbrecher zurückschrecken. Die WZ zeigt aktuell im Internet eine eigene Übersichtskarte, in der alle von der Polizei gemeldeten Einbrüche verzeichnet sind. Sie zeigt: Besonders oft schlagen Einbrecher in der Talachse zu. Neben Elberfeld und Barmen ist Vohwinkel ein kleines „Nebenzentrum“ der Einbruchskarte. Polizei-Sprecher Stefan Weiand sagt: „Da wo viele Menschen wohnen, da passiert auch etwas.“

Die reisenden Banden sind weniger geworden, sagt die Polizei

Vielleicht für viele überraschend: Einbrecher nehmen nicht am häufigsten die Einfamilienhäuser in den Außenbezirken ins Visier, sondern schlagen häufiger in den zwei Stadtzentren zu. „Es gibt verschiedene Typen von Einbrechern“, sagt Weiand. So gebe es neben den organisierten Banden eben auch den Drogensüchtigen, der, mit einem Schraubenzieher ausgerüstet, eine günstige Gelegenheit sucht. Die reisenden Einbrecherbanden suchten hingegen verkehrsgünstige Ziele nahe der Autobahn. „Aber die reisenden Banden sind weniger geworden“, sagt Weiand.

Allgemein könnte die Visualisierung in dem WZ-Einbruchsradar den Eindruck vermitteln, dass im Stadtgebiet massenhaft Einbrecher ihr Unwesen treiben. Im Vergleich zu den Vorjahren werden allerdings im Tal so wenige Türen aufgebrochen und Scheiben eingeschlagen wie lange nicht mehr. 723 Mal schlugen Kriminelle 2017 zu – das sind 494 Einbrüche weniger als noch 2016. Während das eine stolze Reduzierung um mehr als 40 Prozent bedeutet, fiel die Aufklärungsquote gleichzeitig nur um 0,3 Prozent und lag 2017 bei 16,3 Prozent. Die Zahlen für das laufende Jahr veröffentlicht die Polizei erst 2019.

Auffällig ist laut Weiand: „Es bleibt immer öfter beim versuchten Einbruch.“ Die Leute schützen sich besser, worin die Polizei auch einen Verdienst ihrer langjährigen Präventionsarbeit sieht.

Ein paar einfache Ratschläge der Experten: „Es ist immer sinnvoll, das Haus so aussehen zu lassen als sei es bewohnt“, rät Weiand. Wer in Urlaub fährt, sollte beispielsweise keinesfalls über mehrere Tage die Jalousien unten lassen. Empfehlenswert sei es, Nachbarn nicht nur zum Blumengießen einzusetzen, sondern auch dazu, Licht im Haus ein- und auszuschalten sowie den Stand der Rollladen zu verändern. Generell sei ein gutes Netzwerk in der Siedlung empfehlenswert, weil wachsame Nachbarn ein starker Einbruchsschutz sind. Zudem empfiehlt Stefan Weiand einen Heckenschnitt, der den Blick aufs Haus zulässt, damit sich Kriminelle nicht ungestört fühlen. Ein Bewegungsmelder, der das Licht angehen lässt, verstärkt den Effekt.

Obwohl sich Einbrecher am liebsten einen sicheren Fluchtweg offenhalten, brechen auch immer wieder Unbekannte in Wohnungen ein, die sich in Mehrfamilienhäusern befinden – auch wenn das riskanter ist. Hier empfiehlt die Polizei beispielsweise ein zweites Schloss oder Querriegel an der Tür. „Lautstärke ist ein großes Hindernis für Einbrecher“, sagt Weiand. Umso mehr Schutzmechanismen an der Tür angebracht sind, desto rabiater wird das Aufbrechen. Wichtig zu bedenken sei aber: Einbrecher suchen sich in der Sicherheitskette das schwächste Glied. Eine top gesicherte Eingangstür helfe nichts, wenn sich Kellertür und Fenster einfach aufhebeln ließen.

Der Schaden geht häufig über die gestohlenen Wertsachen hinaus. „Einbruchsopfer erleiden nicht nur materiellen Schaden, sondern müssen sich auch mit dem psychischen Schaden, den sogenannten Einbruchtraumata auseinandersetzen“, heißt es von den Opferschützern vom „Weissen Ring“. Rund 15 Prozent der Betroffenen würden nach einem Einbruch umziehen.

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