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Deutsche Post: Die Weihnachtspost ist endlich da

Deutsche Post : Die Weihnachtspost ist endlich da

Die Karten der Ronsdorferin Elsa Pfahl sind mit vier Monaten Verzögerung bei den Empfängern angekommen.

Wuppertal. Als Elsa Pfahl am 23. April von ihren Bekannten aus Hamburg angerufen wurde, war sie doch sehr überrascht. Nicht wegen des Anrufes selber, sondern wegen des Grundes: die Weihnachtspost sei angekommen. „Da habe ich schon gedacht, das kann doch nicht wahr sein“, sagt Pfahl. Drei Stunden später folgte dann der nächste Anruf, dieses Mal von ihrer Nichte aus der Nähe von Coburg, aber der Grund war der gleiche. Die habe darüber nur gelacht. Nur eine Stunde später kam dann der dritte Anruf, von ihrer Schulfreundin aus Bremerhaven, und am Abend der vierte von einem Freund ihres Mannes aus Düsseldorf.

„Kaum ist Ostern vorbei, kommt meine Weihnachtspost an. Ich weiß von einem Bekannten, der den Brief am warmen 23. April draußen auf der Terrasse gelesen hat“, sagt Elsa Pfahl. Erst hätten alle gedacht, sie würde einen Scherz machen — denn die Briefe haben den Stempel vom Vortag. „Das ist wirklich lustig. Wenn das bei einem Brief passiert, kann ich das verstehen. Aber gleich bei vier Stück?“, fragt sich Pfahl. Sie habe die Briefe - natürlich vor Weihnachten - in einen Briefkasten an der Otto-Hahn-Straße geworfen. Noch mehr wundert sie sich darüber, dass kein Nachporto gefordert wurde. Denn am 1. Januar wurde der Preis für einen Brief um zwei Cent erhöht. „Irgendetwas stimmt da nicht.“

Auch Dieter Pietruck findet, dass die Sache komisch ist. Er ist als Pressesprecher der Deutschen Post unter anderem für den Bereich Wuppertal zuständig. Erklären kann er die Verzögerung um etwas mehr als vier Monate aber nicht. „Die Briefe werden beim Eingang im Briefzentrum, in diesem Fall in Hagen, gestempelt. Was davor passiert ist, kann ich nicht sagen.“

Elsa Pfahl sagt von sich selber: „Ich bin eine, die noch persönliche Karten schreibt und sich Gedanken dabei macht.“ Deswegen wird sie die nächste Weihnachtspost nicht in ihren Stamm-Briefkasten werfen, sondern persönlich in einer Filiale abgeben und sagen, dass ihre Karten ganz sorgfältig behandelt werden sollen.