Die Wasser-Probleme der Wuppertaler Feuerwehr

Die Wasser-Probleme der Wuppertaler Feuerwehr

Seit Jahren kämpfen die Retter nicht nur gegen Feuer, sondern auch gegen Feuchtigkeit in eigenen Gebäuden.

Wuppertal. Ihre Feuerwehr sehen die Wuppertaler normalerweise nur dann, wenn die Retter gerade mit Blaulicht durch die Stadt brausen und dann einen Brand löschen. 750 Mal mussten Wuppertaler Retter im vergangenen Jahr zum Wasserschlauch greifen, eine Drehleiter erklimmen, Menschen retten. Eine schweißtreibende Arbeit. Das anschließende Duschen ist nicht nur wohltuend, sondern aus hygienischen Gründen Pflicht. Doch in der 2004 eingeweihten Feuerwache Ost (Baukosten: sechs Millionen Euro) an der Waldeckstraße war es über einen langen Zeitraum gar nicht so einfach, diese Vorschrift einzuhalten. Der Grund: In den drei Gemeinschaftsduschen gab es handfeste Probleme. Das Wasser, das eigentlich die Retter reinigen sollte, suchte sich seinen Weg aus dem ersten Stock in die darunter befindliche Wagenhalle, wo sich unter anderem Fliesen von der Wand lösten.

Aus Sicht des zuständigen Gebäudemanagements (GMW) ein klarer Fall: Der Bau-Unternehmer - eine bundesweit tätige Firma - sollte die Mängel per Gewährleistung beheben. Doch die Gespräche kamen nicht recht voran. In einem Verwaltungspapier heißt es, dass "die wenig kooperative Haltung" des Unternehmers "eine frühere Abhilfe zunehmend erschwert" habe.

Vor gut einem Jahr schaute sich ein externer Gutachter die Lage bei der Feuerwehr an, legte Ende 2009 seinen Mängel-Katalog vor. Mittlerweile hat das Bauunternehmen die viel frequentierten Großraum-Duschen an der Waldeckstraße repariert, weitere Arbeiten sollen ebenfalls erledigt werden - unter enger Beobachtung und vor allem ohne Kosten für das GMW.

Der Fall Waldeckstraße ist aus Sicht der Feuerwehr zwar ärgerlich, aber aus finanzieller Sicht gut ausgegangen. Richtig Pech haben die Retter mit dem vor sieben Jahren in Betrieb gegangenen Haus (Kosten: mehr als 600.000 Euro) der Freiwilligen Retter auf Linde. Auch dort gibt’s Schwierigkeiten mit dem Wasser. Die Bodenplatte neigt zu aufsteigender Feuchtigkeit, die Drainage funktioniert nicht richtig. Empfohlene Maßnahme eines externen Gutachters: Der umlaufende Sockel muss freigelegt werden. Kosten: 30.000 Euro. Der damalige Bau-Unternehmer kann nicht mehr in Regress genommen werde. Er ging schon in der Bauphase pleite.

Weil derzeit kein Geld für Linde da ist, will das GMW jetzt eine behelfsmäßige Reparatur vornehmen. Mit Injektionen ins Mauerwerk soll ein Durchfeuchten der Immobilie aufgehalten werden. Geschätzte Kosten: ein vierstelliger Euro-Betrag. Die Komplett-Reparatur wird laut GMW nicht vor 2012 erfolgen können.