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Heckinghausen: Die Vision einer lebenswerten Mitte in Heckinghausen

Heckinghausen : Die Vision einer lebenswerten Mitte in Heckinghausen

Manfred Meyers und Guido Mengelberg wollen den Stadtteil und die ganze Stadt für eine Idee begeistern.

„Stellen Sie sich Wuppertal im Jahr 2030 vor.“ So beginnt die Vision der „Neuen Mitte Heckinghausen.“ Darin gibt es rund um den Gaskessel ein neues Viertel. Das hat einen grünen und belebten Stadtplatz – ohne Autos. Die Heckinghauser Straße zwischen Waldeckstraße und Auf der Bleiche ist ebenfalls autofrei, ist Flaniermeile und Einkaufszone. Autos verschwinden in einer Tiefgarage. An der Straße „Auf der Bleiche“ stehen neue Häuser, klimaneutral gebaut, mit Büros und Wohnungen. Es gibt einen Zugang zur Wupper, die Ufer sind einladende Grünanlage.

Diese Vision hat Manfred Meyers zu Papier gebracht. Erst für den Fotowettbewerb „Meine Vision für Heckinghausen“ von Stadt und Quartierbüro. Als sein Bild von der autofreien Heckinghauser Straße auf dem zweiten Platz landete, beschloss er, für seine Vision zu kämpfen.

Er überzeugte Guido Mengelberg vom Forum Heckinghausen. „Ich war sofort begeistert“, bestätigt dieser. Nun wollen sie möglichst viele Menschen gewinnen, Politik, Institutionen und Vereine mit ins Boot holen. Beim Wuppertal Institut waren sie, den Oberbürgermeister treffen sie am 1. April, sie haben die Wuppertalbewegung und den Verein Neue Ufer kontaktiert und die Stadtwerke.

Denn die Neue Mitte Heckinghausen soll nur Startzelle für eine Veränderung der ganzen Stadt sein. In der dank eines attraktiven Nahverkehrs weniger Autos fahren. Ihr Modell: Ein Ticket erlaubt Fahrten in der ganzen Stadt, dazu eine halbstündige Nutzung von Leihfahrrädern pro Tag und 15 Stunden Car-Sharing pro Monat. Dazu soll es per App buchbare Sammeltaxis geben.

Damit viele Strecken mit dem Rad zurückgelegt werden, soll es „Premium-Fahrradwege“ geben wie die Heckinghauser Trasse von der Langerfelder Trasse über die Heckinghauser Straße bis zum Alten Markt. Oder die Bleichertrasse vom Nordpark über Wichlinghausen, Heckinghausen bis ins Gelpetal.

Ähnliche Projekte gebe es in Hamburg, Kassel und Augsburg, die Verkehrsberuhigung haben sie sich in Barcelona abgeguckt. Manfred Meyers organisierte viele Jahre Reisen in die spanische Stadt und hat die Beruhigung einzelner Quartiere, der „Superblocks“, erlebt: „Beim ersten gab es einen Shitstorm, dann haben alle gemerkt, dass das etwas Wunderbares ist“, erzählt er.

Dass Kommunalwahlen anstehen, sei ein Vorteil: „Den Schwung wollen wir nutzen“, sagt Gudio Mengelberg. Für weitere Teilprojekte etwa für Bildung oder Sport wollen sie Fördergelder akquirieren. Sie wollen gute Beispiele bekannt machen, mit Bürgern die nächsten Schritt planen: „Wir wollen als Nachbarn überzeugen.“

Meyers glaubt an gute Erfolgsaussichten: „Die Zeit ist reif dafür.“ Und weil es bald viele Fördergelder für Projekte zur Nachhaltigkeit geben werde, könne Wuppertal als Vorreiter davon profitieren.