Schule in Wuppertal „Die Umsetzung des Digitalpakts ist ein Riesenschritt nach vorn“

Schulen sollen 21,3 Millionen Euro für die Digitalisierung erhalten.

 Sandra Schramm und Peter Hahn. 

Sandra Schramm und Peter Hahn. 

Foto: Fries, Stefan (fri)

Der Ruf nach Digitalisierung ertönt hierzulande immer schnell, wenn von modernem Unterricht und zeitgemäßer Ausstattung der Schulen die Rede ist. Dazu bedarf es zunächst ausreichender finanzieller Mittel – und die stehen dank des von der Bundesregierung bereitgestellten Digitalpaktes nun auch in Wuppertal zur Verfügung. Ergänzend zu den rund 1,1 Millionen Euro, die im kommunalen Haushalt für die Medienausstattung in den 95 städtischen Schulen eingepreist sind, kann die Kommune dank des Digitalpaktes auf 21,3 Millionen Euro hoffen, die in den kommenden Jahren in die Digitalisierung der Schulen fließen sollen. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, ein Zehntel muss die Stadt als Eigenanteil aufbringen.

Das freut die Leiterin des Medienzentrums der Stadt, Sandra Schramm: Die Bereitstellung der Mittel bedeute einen „Riesenschritt nach vorn“, weil dadurch auf einen Schlag viel Geld für die Schulen in Aussicht stünde. Zugleich sei es aber auch eine „große Herausforderung“. So müssten das Geld und die Investitionen sinnvoll verwendet werden. Für jede Einrichtung gebe es ein Medienkonzept, das an der Ausrichtung und den Schwerpunkten der Schule orientiert sei. Dazu würden jedes Jahr Einzelgespräche mit den Schulen geführt, sagt Schramm. Über die Möglichkeiten der digitalen Technik informiert das Medienzentrum zudem in seinem Learn Lab.

Ziel sei es, dass sich die digitale Technik den Bedürfnissen der Schulen anpasse – und nicht umgekehrt, erklärt Schramm. Die eine digitale Lösung für alle Schulen und Schulformen gebe es nicht. Es gehe für die Schulen darum, wie sie mit den Möglichkeiten der digitalen Technik ein kreatives Lehr- und Lernumfeld schaffen könnten. Da sind derzeit die sogenannten Active oder Touch Boards der aktuelle Stand der digitalen Präsentationstechnik und die Nachfolger der analogen Klassentafel.

Erst die Hälfte der Schulen nutzt ein aktuelles Betriebssystem

Via Tablets, Laptops oder Desktop-PCs können diese übergroßen Monitore von Lehrkräften und Schülern angesteuert werden, auch der Zugriff aufs Internet ist darüber möglich. Die sogenannten White Walls, die mit einem Beamer bespielt werden, werden seit 2015 nicht mehr vom Medienzentrum angeschafft. Die seien „sehr wartungsanfällig“, betont Peter Hahn, der im Medienzentrum für Einkauf und Support zuständig ist.

Die digitale Präsentationstechnik auf großen Wandmonitoren soll bis 2024 in möglichst alle Klassen- und Unterrichtsräume der städtischen Schulen Einzug halten. Zudem werden nach einem festen Jahresrhythmus PCs, Laptops oder auch Monitore ausgetauscht. Wichtig sei dabei auch, dass nicht nur die Technik zur Verfügung gestellt wird, sondern den Schulen vom Land auch Curricula an die Hand gegeben werden, wie sie die Lehrinhalte im Einklang mit der Technik vermitteln können, betont Sandra Schramm.

Vor dem Hintergrund des Geldsegens befinde man sich derzeit mit den Schulen in Gesprächen, erklärt die Leiterin des Medienzentrums weiter. Nach den Osterferien solle es an die Mittelplanung gehen, bis zu den Sommerferien könnten sich die Schulen dann „Gedanken machen“, wie die Mittel investiert werden sollen. Wobei es vor allem bei der Personalausstattung durchaus noch zu Engpässen kommen kann, betont Schramm. So ist etwa das Medienzentrum nicht nur für die Medienausstattung der Schulen, sondern auch – zumindest in einem bestimmten Rahmen – für den Support zuständig. Und ob die Personalausstattung da ausreicht, um die Bedürfnisse aller Schulen dauerhaft zu erfüllen, muss abgewartet werden.

Dass die Dinge manchmal länger dauern können, zeigt zum Beispiel die Umstellung von Windows 7 auf 10. Derzeit sind etwa die Hälfte der PCs und Laptops in den städtischen Schulen auf das aktuelle Microsoft-Betriebssystem umgestellt, bis etwa zum Sommer sollen die übrigen Schulen folgen. Obwohl Microsoft den Support für Windows 7 eingestellt habe und vor Sicherheitslücken warnt, gehe man das Risiko ein, sagt Hahn.

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