Die Tschernobylhilfe macht Ferien in Wuppertal möglich

Die Tschernobylhilfe macht Ferien in Wuppertal möglich

19 Kinder und Jugendliche aus Weißrussland verbrachten hier vier Wochen ohne Sorgen.

Wuppertal. Zu Ostern gab es wieder einen Hilfsgütertransport nach Weißrussland (die WZ berichtete) — jetzt ist der Gegenbesuch da: 19 Kinder und Jugendliche aus Gebieten, die nach wie vor unter den Folgen der Reaktorkatastrophe in der Ukraine leiden, verbrachten ihre Ferien in Wuppertal. Auf Einladung der Wuppertaler Hilfe für Kinder von Tschernobyl waren die Mädchen und Jungen auch in diesem Jahr bei Gastfamilien untergebracht und unternahmen Ausflüge in die Region.

Auf dem Programm stand aber auch ein Termin beim Zahnarzt: Nach wie vor ist die medizinische Versorgung in den Krisengebieten unzureichend und wird zum Teil nur durch Hilfe von außen aufrechterhalten. Mit Ludmila Koval und Slawa Sinizkiy begleiteten zwei Dolmetscher die Reisegruppe, die insgesamt vier Wochen in Wuppertal verbrachte und die am Wochenende wieder in die Heimat zurückkehren wird.

Finanziert wird die Reise per Bus nach wie vor von der Tschernobylhilfe, die in diesem Jahr allein 6000 Euro investiert. Ein großer Posten, wie Organisatorin Angela Dicke erklärt. „Hier würde uns Unterstützung sehr freuen.“ Ein großes Lob gibt es nach wie vor für die vielen Spender und Sponsoren, die die jährlichen Hilfstransporte nach Weißrussland überhaupt erst möglich machen.

Mit „an Bord“ ist in diesem Jahr auch die engagierte Taekwondo-Jugend beim SV Bayer. Sie hat insgesamt 20 Fahrräder für die Tschernobylhilfe gesammelt, die beim nächsten großen Lkw-Konvoi mitgenommen werden.

Bei den Erholungsfreizeiten in Wuppertal wird bewusst darauf geachtet, die kleinen Gäste aus Weißrussland nicht mit westlichem Luxus zu überfrachten. Zu den festen Ausflugszielen gehören zum Beispiel der Zoo, der Stausee und das Gemeindefest in Beyenburg oder auch der Kletterpark in Langenberg. Hinzu kommen Wanderungen, Sport in der Bayer-Halle wie auch der Aquazoo und der Freizeitpark Schloss Beck, der bei den Kindern immer hoch im Kurs steht. Direkt nach ihrer Ankunft wurden die Gäste aus dem Bestand der Tschernobylhilfe erst einmal neu eingekleidet, und jedes Kind bekommt vor der Heimfahrt im Reisebus ein Spendenpaket mit auf den Weg.

Über die Ferienfreizeiten hinaus bleibt der Kontakt zu vielen Gastfamilien bestehen und hilft den Kindern später so manches Mal bei der Ausbildung. So sind die kleinen Gäste über kurz oder lang auch das: Hoffnungsträger für ein Weißrussland mit demokratischer Zukunft.

Mehr von Westdeutsche Zeitung