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Die Stadt sägt, aber der Wald wächst

Die Stadt sägt, aber der Wald wächst

Ob in Vohwinkel oder an der Trasse: Derzeit werden in Wuppertal viele Bäume abgeholzt.

Wuppertal. Der Protest gegen die Baumfällungen war zuletzt groß. Denn wer die vielen Baumfällungen der vergangenen Tage und Wochen beobachtet hat, der fragt sich vielleicht tatsächlich, ob noch genügend Grün im Stadtgebiet verbleibt. Die Antwort darauf ist ein kares Ja. Wie Albert Vosteen Abteilungsleiter der städtischen Forstverwaltung, erklärt, weist das die neue Waldstatistik eindeutig so aus. „Die Waldfläche hat zugenommen, das durchschnittliche Alter der Bäume ebenso.“

Die sehr alten Buchenbestände mit Bäumen in einem Alter von mehr als 260 Jahren suchen in NRW sogar ihresgleichen. Der Baumbestand insgesamt ist höher und kräftiger. Während der vergangenen 65 Jahre ist der Holzvorrat abgesehen von einem Knick durch Orkan Kyrill ständig gewachsen.

Gleichwohl räumt Vosteen ein, dass der subjektive Eindruck an der Trasse und aktuell vor allem in Vohwinkel ein ganz anderer sein kann. Dort gab es gleichzeitig Arbeiten im Stadtwald, im Staatsforst, in privaten Wäldern und an Baugebieten. Von Kahlschlag könne aber keine Rede sein. Vielmehr werden etwa 25 bis 30 Prozent der Bäume gefällt, damit der Rest wieder Platz zum Wachsen habe.

Das Holz selbst wird an Privatleute mit Kamin, an Sägewerke und Holzhändler verkauft. Liegt dann im Wald noch ein Stapel markiertes Holz und wird nicht abgeholt, dann liegt das daran, dass die Holzmenge zu klein ist oder der Stapel nicht entlang der Route des Händlers liegt. Selbst wenn das Holz verfällt, ist das kein finanzieller Schaden für die Stadt, so Vosteen. Nach gut zwei Jahren wird das nicht abgeholte Holz dann gehäckselt.

Aktuell wurden jetzt auch Bäume gleich in der Nachbarschaft des Hornbach-Baumarktes auf Lichtscheid gefällt — auf dem Baufeld für das geplante zweite Bauhaus in Wuppertal. Hinzu kommt im Abnschnitt an der Müngstener Straße ein Lebensmittel-Discounter, der im Stadtteil schon lange gefordert wird. Für diese Baufelder wurden bereits Ersatzflächen angelegt und aufgeforstet — im Kothener Wald.