Südstadt: „Die Skulptur gehört in die Südstadt“

Südstadt : „Die Skulptur gehört in die Südstadt“

Bürgerverein der Südstadt setzt sich für eine Replik der kaputten Skulptur „Couple“ ein.

Für Besucher des Uellenbergparks war die Skulptur des ungarischen Künstlers Lajos Barta ein gewohnter Anblick. Doch das Anfang der 1980er Jahre aufgestellte Kunstwerk mit dem Titel „Couple“ ist nicht mehr da. Nach dem Hinweis eines Parkbesuchers ging Ralph Hagemeyer der Sache nach. Der Vorsitzende des Bürgervereins der Elberfelder Südstadt fand nur ein Stück blanke Erde vor. „Erst dachte ich, dass sie versetzt worden ist.“

Carmen Klement vom Von der Heydt-Museum konnte ihm weiterhelfen. Sie wusste, dass „Couple“ wegen schwerer Rostschäden entfernt worden war. Die Befestigung war weggerostet, die Skulptur in der Folge auseinandergefallen. Zurzeit befindet sie sich beim Betriebshof des städtischen Ressorts Grünflächen und Forsten. Die wirklich schlechte Nachricht ist, dass die beschädigte Plastik nicht mehr restauriert werden kann. Als Lösung schlug Klement, die mittlerweile in den Ruhestand gegangen ist, die Herstellung einer Replik vor.

Dafür ist auch der Bürgerverein. Klements Idee, „Couple“ künftig im Von der Heydt-Museum auszustellen, will er sich jedoch nicht zu eigen machen. „Die Skulptur gehört in die Südstadt“, betont Hagemeyer. Für ihn bildet Bartas Werk ein Ensemble mit einer anderen Uellenberg-Plastik, die die Bildhauerin Hildegard Lutze-Froese geschaffen hat. Beide schenkte Otto Schmidt, ehemaliger Wuppertaler Oberbürgermeister, 1980 der Stadt.

Eine Replik kostet eine ordentliche Summe. Nach Expertenauskunft werden bei einem Abguss in Kunststein rund 25 000 Euro fällig. Ein Bronzeabguss würde sogar 45 000 Euro kosten. Der Vorstand des Bürgervereins setzt sich für die günstigere Variante ein. „Angesichts der häufigen Metalldiebstähle sollte wieder Steinguss Verwendung finden“, sagt Hagemeyer. Ende Mai stellte er bei der Bezirksvertretung einen Antrag auf finanzielle Unterstützung.

Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius sieht allerdings keine Spielräume. „25 000 Euro – das ist überhaupt nicht realisierbar. Bevor wir uns um die Skulptur kümmern, muss es erst einmal um den Spielplatz am Uellenberg gehen.“ Auch das Förderprogramm des Landes, das 63 000 Euro an die BV Elberfeld gegeben hat, ändere nichts an der Situation. „Die Quelle ist für dieses Jahr voll ausgeschöpft.“

Ralph Hagemeyer indes baut nicht allein auf die BV-Sitzung am Mittwochabend im Verwaltungsgebäude, bei der die Verteilung der Landesmittel Thema ist. Das Projekt „Couple“ hat er auf die Internetseite „Gut für Wuppertal“ gestellt – in der Hoffnung, dass viele für die Replik spenden werden.

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