Kunst trotz(t) Corona Corona bremst den Wuppertaler „Ort“ etwas aus

Luisenviertel. · Im Herbst soll es mit Veranstaltungen im Luisenviertel weitergehen.

 Der „Ort“ im Luisenviertel.

Der „Ort“ im Luisenviertel.

Foto: Fischer, Andreas H503840

„Anfang Mai haben wir die Situation im Vorstand besprochen und erst einmal die Veranstaltungen in den Herbst verlegt“, erzählt Klaus Untiet, Vorstandsmitglied der Peter Kowald Gesellschaft. Die Kulturstätte „Ort“, in der Festivals, Konzerte, Ausstellungen, Performances, Sessions, Gespräche, Filme oder Buchvorstellungen präsentiert werden, ist fester Bestandteil des Wuppertaler Kulturlebens.

Das Ende April geplante Festival „Drei Tage am Ort - 365 x 25“ an der Luisenstraße zu Ehren von Kowald, der vor 25 Jahren 365 Tage lang am Ort wirkte, sollte zu den Highlights des Jahres 2020 gehören: Eine Performance des Tänzers Jean Laurent Sasportes sowie ein Konzert mit Violinistin Gunda Gottschalk und anderen Musikern, etwa dem „Ort-Ensemble“ mit Wolfgang Schmidtke, Jan Kazda, Maik Ollhoff und Roman Babik waren für diesen Termin geplant.

Zudem hätte eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit Michael Hüsenberg (WDR) und OB-Kandidat Uwe Schneidewind, für vielversprechende Unterhaltung gesorgt. „Wir haben dieses Festival nun in den November verlegt. Eigentlich war für diese Zeit die Reihe ,Artists in Residence’ vorgesehen, bei der neue Kunst und Tanz den Ort beleben“, so Untiet. Den Künstlern, die am Festival teilnehmen sollten und nun auch finanzielle Ausfälle hätten, habe man eine Ausgleichszahlung und alternativ einen Ausweichtermin angeboten. „Die Mehrheit wollte den Termin lieber verschieben.“ Man habe auch im Vorstand darüber diskutiert, einen Live-Stream zu machen: „Aber gerade das, was den Ort ausmacht, ist die Nähe zwischen Künstler und Publikum. Das hat schon einen ganz besonderen Spirit.“

Die finanzielle Situation beim Ort sei, so Untiet, nicht so angespannt wie bei anderen Kulturstätten und Künstlern, da man bis auf die Miete für die Räume keine weiteren Ausgaben zu stemmen habe. Zudem stünden zur Überbrückung aus zurückliegenden Auszeichnungen, etwa durch das Land NRW, noch einige Rücklagen zur Verfügung.

Die Programmplanung werde ein halbes Jahr im Voraus auf den Weg gebracht. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Schmidtke, dem beliebten Wuppertaler Saxophonisten, Dozent an der Musikhochschule und Leiter von Musikfesten und Musikprogrammen, gehören Kultur- und Medienpädagoge Ernst Dieter Fränzel, der die Wuppertaler Kulturszene entscheidend mitprägte, und „Beste Zeit“-Mitbegründer Helmut Steidler sowie Architekt Klaus Bocken und Designer Klaus Untiet zum Ort-Team, das thematisch für improvisierte Musik und Free Jazz steht und zahlreiche renommierte Musiker ins Tal holen konnte.

Für 2021 laufen bereits die Planungen, unter anderem für eine Reihe mit Werner Dickel, Professor für Viola und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Tanz, und ein Festival zum zehnten Todestag von Hans Reichel. ryz

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