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Wuppertal: Die neue Schwebebahn: Leiser, schneller und (noch) blitzeblank

Wuppertal : Die neue Schwebebahn: Leiser, schneller und (noch) blitzeblank

Erstmals nahm die neue Schwebebahn Fahrgäste mit auf Tagesfahrt. Auch die WZ war an Bord und durfte mittesten.

Wuppertal. Der Leuchtstreifen blinkt in hellem Grün auf, die Türen schließen sich. Die Bahn fährt an, stoppt aber gleich wieder. „Das müssen die neuen Wagen immer machen, wenn sie das erste Mal auf die Strecke fahren. Bremsen testen“, sagt Thomas Kaulfuss, Betriebsleiter Schwebebahn der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Und er hat recht. Nach kurzem Anhalten fährt der hellblaue Wagen los und verlässt den Bahnhof Vohwinkel für die erste Tagesfahrt mit Passagieren.

Ein Highlight am neuen Wagen ist das Panoramafenster ganz hinten. Auf bequemen Sitzen hat man hier die schöne Aussicht von oben.
Ein Highlight am neuen Wagen ist das Panoramafenster ganz hinten. Auf bequemen Sitzen hat man hier die schöne Aussicht von oben.

Thomas Kaulfuss, Betriebsleiter Schwebebahn der WSW

Dass die alten Wagen in die Jahre gekommen sind, ist offensichtlich. Die abgegriffenen Sitze und Haltestangen zeigen Spuren der Millionen von Fahrgästen, die sich hier schon festgehalten oder hingesetzt haben. An den beigen Griffen hält man sich — besonders in der Erkältungszeit — lieber nicht fest, die Bahn strahlt einen ganz speziellen Geruch aus: eine Mischung aus nassem Hund und Schweiß — zumindest zu Stoßzeiten.

Beim Betreten der neuen Schwebebahn ist es auch der Geruch, der als erstes auffällt. Es riecht frisch nach Zitrone. Sitze, Griffe und Fenster sind blitzeblank und frisch geputzt. Wie viele Menschen auf den Sitzen bisher Platz genommen haben, lässt sich wohl an einer Hand abzählen. Wer Glück hat und zu den ersten Einsteigern gehört, setzt sich ganz nach hinten. Hier gibt es vier Sitze vor einem Fenster, das bis zum Boden reicht. Statt wie früher, wo nur die kleinsten hinter die Bank klettern konnten, um die tolle Sicht von oben zu genießen, hat man auf dieser Sitzgruppe den Ausblick.

Nach dem Losfahren der Schwebebahn geht es dann auch ans technische. „Wir haben hier einen 50 PS Golf gegen einen GTI getauscht“, schmunzelt Kaulfuss.

Die neuen Wagen könnten wesentlich schneller beschleunigen. So erreiche man auf mehr Strecken die Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. So schaffe man die Strecke in 25 statt 30 Minuten. Dass die neue Bahn „mehr Dampf hat“ bemerkt auch WSW-Geschäftsführer Ulrich Jaeger. Diesen Dampf hört man aber kaum: Die neuen Wagen sind leiser als die alten. Auch Jaeger war zum ersten Mal bei Tageslicht an Bord. „Es ist ein ganz tolles Gefühl. Die Fenster sind viel größer, das macht es schön hell“, sagt er. Außerdem gibt es mehr Platz — auch für Kinderwagen und Gepäck. Außerdem sei die neue Schwebebahn mit modernen Bildschirmen ausgestattet, die die nächsten Halte anzeigen, auch die Ansage kommt nun vom Band.

Bis die neue Bahn komplett in den Tagesbetrieb einsteigt, dauert es aber vermutlich noch etwas. Wenn alles glatt geht, ist es Ende Oktober so weit.