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„Die Leute trampeln uns hier platt“

„Die Leute trampeln uns hier platt“

Ansturm: Zum Abschluss der Renoir-Ausstellung rechnet das Von der Heydt-Museum mit einem Andrang wie nie zuvor. Bisher haben gut 65 000 Menschen die Schau besucht. Zirka 90 000 werden es bis zum 27. Januar werden, schätzt das Museum.

Wuppertal. "Nichts geht mehr!", hieß es am Wochenende im Von der Heydt-Museum. Wegen akuter Überfüllung der Räume musste das Personal vor allem am Sonntag immer wieder die Eingänge schließen. Der Grund: Zirka 3000 Besucher wollten sowohl Samstag als auch Sonntag die Ausstellung "Renoir und die Landschaft des Impressionismus" besichtigen. Dafür nahmen sie auch gut 100 Meter lange Schlangen in Kauf. Bisher haben gut 65000 Menschen die Schau besucht. Zirka 90000 werden es bis zum 27. Januar werden, schätzt das Museum - und die meisten werden wohl an den Wochenenden kommen.

Besucher sollten vor allem am späten Nachmittag kommen

"Solche Besuchermassen habe ich hier noch nicht erlebt", sagt Museumssprecherin Beate Eickhoff. Man habe zwar ein reges Interesse an Renoirs Meisterwerken erwartet - nicht aber in dieser Größenordnung. Um dennoch mit dem Ansturm fertigzuwerden, hat das Museum reagiert: Verlängerte Öffnungszeiten am Donnerstag und Freitag sollen die Besucher schon vor den beiden Wochenenden zum Turmhof locken. Führungen durch die Ausstellung werden zudem nicht mehr angenommen. "Wer bereits eine Führung gebucht hat, wird natürlich noch bedient", versichert Eickhoff. Ansonsten könne das Museum gerade auswärtigen Besuchern raten, entweder unter der Woche oder nicht zur Stoßzeit direkt nach der Öffnung um 11 Uhr zu kommen - "eher am späten Nachmittag". Geduld sollten Renoir-Fans in jedem Fall mitbringen. Auch für Gruppen könnte der gemeinsame Einlass schwierig werden. Weiterhin hilfreich: Karten vorab zu kaufen, um zumindest die Kassenschlangen zu umgehen. Um den Vorverkauf zu erleichtern, hatte das Museum zur Renoir-Ausstellung erstmals eine Online-Kartenreservierung auf ihrer Homepage eingerichtet. Die erwies sich nach Auskunft von Mitarbeitern aber als Flop: Aufgrund von technischen Schwierigkeiten verschwanden viele Reservierungen unbearbeitet im virtuellen Nirgendwo. Genaue Zahlen zum Problem hat Beate Eickhoff nicht - zum Jahresende wurde der Service jedenfalls eingestellt. Ob und wann es einen Online-Verkauf wieder geben werde, stehe noch nicht fest: "Wir müssen das in jedem Fall professionalisieren."So bleibt Renoir-Besuchern nur die Möglichkeit, ihre Ausstellungs-Tickets persönlich im Vorfeld des Besuchstages an der Kasse abzuholen. Das Museum stellt sich in jedem Fall auf turbulente Wochenenden ein: "Die Leute trampeln uns hier platt", ahnt ein Angestellter.