Die Kunst trifft auf die Wirtschaft

Die Kunst trifft auf die Wirtschaft

In den Veranstaltungsräumen im Schloss Lüntenbeck stellen regionale Künstler aus.

Das Schloss Lüntenbeck ist ein beliebtes Ausflugsziel, eine anspruchsvolle Location für Veranstaltungen aller Art — und ab sofort auch ein Ausstellungsraum: Im Foyer des Veranstaltungssaals werden wechselnde Werke lokaler Künstler gezeigt. Den Auftakt macht der Wuppertaler Fotograf Frank Ifang mit Auszügen aus verschiedenen Serien.

„Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, beschreibt Ifang das Konzept „Kunst trifft Wirtschaft“. Die Räume würden durch die Kunst aufgewertet und die Künstler seien froh, einen wertigen Ausstellungsort für ihre Werke zu haben. Es gehe nicht darum, die Kunst wahllos in der Stadt zu verteilen, sondern darum, einen einfachen Zugang zu den Werken zu schaffen. „Wenn so ein Programm dahintersteht, dann lebt die Kunst auch und ist nicht nur Deko für den Ausstellungsgeber“, so Ifang.

Kulturmanagerin und Künstlerin Andrea Bruns alias „arcobi“ betreut die künstlerische Seite der Begegnung zwischen Wirtschaft und Kunst und führt bereits Gespräche mit potenziellen Nachfolgekünstlern. Etwa alle drei Monate sollen neue Werke die sechs Wandstücke schmücken, erklärt sie, von etablierten Künstlern ebenso wie von Newcomern. Bei der Platzierung der Werke habe man sich ganz bewusst auf das Foyer beschränkt. „Hier halten Menschen sich auf und können über die Kunst ins Gespräch kommen“, erklärt Frank Ifang. „Wir wollen nicht die übliche Klientel erreichen, sondern ein neues Publikum für Kunst begeistern.“ Bei gewöhnlichen Ausstellungen gehe die Besucherkurve nach der Eröffnung oft rasant abwärts, die Räumlichkeiten des Schloss-Guts seien hingegen regelmäßig hoch frequentiert — von einem Publikum, das nicht wegen der Bilder vor Ort ist.

„Wir sind etwa 60 Prozent der Tage im Jahr ausgelastet“, sagt Heiko Gehrt, Veranstaltungsleiter der Cateringfirma Culinaria, über die „Schloss-Gut“ genannten Räume. In den Sommermonaten stünden natürlich viele Hochzeiten an, allerdings auch Firmenevents, etwa von Bayer. Allein am vergangenen Samstag fanden drei standesamtliche Trauungen und eine Abendveranstaltung statt.

„Viele unserer Gäste kommen nicht aus Wuppertal, sondern aus Düsseldorf, Essen und anderen Städten in der Umgebung“, so Gehrt. Ziel der Ausstellung sei es, die Region weiter zu stärken und lokalen Künstlern zu überregionaler Bekanntheit zu verhelfen — auch über die Kenner der Kunstszene hinaus.

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