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Die Kreativität gibt Modemacherin Christine Peetz Kraft

Die Kreativität gibt Modemacherin Christine Peetz Kraft

Nach der Diagnose „Bipolare Störung“ hat die 27-Jährige ihr eigenes Modelabel gegründet.

Wuppertal. Sie trägt eine schwarze Lederjacke und schwere Stiefel, als sie das Atelier betritt. Ihre blonden Haare umspielen die silbernen Kreuzohrringe, die mit ihrem Gewicht das Ohrläppchen in die Tiefe zwingen. Auf ihren Lippen liegt ein Lächeln, als sie einen schwarzen Pullover aus der Tasche zieht: „Das ist mein neuestes Produkt.“ Zu sehen ist die ägyptische Göttin Isis, deren prächtige Flügel über den Sweater ragen. Einer von insgesamt zehn Entwürfen, den Christine Peetz (27) in den vergangenen Wochen entwickelt hat und damit kürzlich sogar im Barmer Bahnhof im Rahmen der „Christmas Countdown — Die Wiedersehensparty“ auf der Bühne stand.

„Eternity — Creative since 2013“: So der Name des Modelabels, das Christine Peetz erst vor wenigen Monaten gegründet hat. „Ich habe nach einer Aufgabe gesucht, die mir einen Lebensinhalt gibt — und ich habe mich schon immer für Mode und Design interessiert.“

Anfangs wollte sie Schmuck herstellen. „Weil ich aber immer neue Ideen hatte, kamen auch andere Produkte hinzu“, erzählt die 27-Jährige. Seitdem ist „Eternity“ mit T-Shirts, Turnbeuteln und Leggins auf diversen Internet-Seiten und bei überregionalen Modemessen vertreten, zuletzt bei der „Blue Monday Lounge“, einer Plattform für Fashion- und Lifestyle, in Köln. „Die Resonanz war super. Gerade junge Menschen können mit meinem Stil viel anfangen“, sagt sie. Lässig und zeitlos sollen die Attribute von „Eternity“ sein.

„Ich lasse in einem Wuppertaler Betrieb produzieren, weil die Nachfrage zu groß geworden ist“, sagt Peetz, die ihre ersten Turnbeutel und T-Shirts noch im 30 Quadratmeter großen Zimmer in ihrer WG bedruckt hatte. „Außerdem könnte ich mir die Zusammenarbeit mit einigen kleinen Läden vorstellen.“

Dabei ist der Weg zur Mode kein leichter gewesen. Erst im Januar 2013 wurde bei der 27-Jährigen eine bipolare Störung diagnostiziert. „Das war eine sehr schwere Phase in meinem Leben“, sagt sie. Stationäre Aufenthalte, therapeutische Maßnahmen und lange Irrwege durch den Medikamenten-Dschungel haben von der damaligen Studentin eine Neuorientierung verlangt.

„Struktur ist bei psychisch Erkrankten das Wichtigste.“ So habe sie das Studium geschmissen und eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau begonnen. Die Auseinandersetzung mit modischer Kreativität habe ihr Mut und Kraft gegeben. Pro verkauftem Produkt kommt ein Euro der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen zugute.