Die katholischen Kirchen bleiben

Die katholischen Kirchen bleiben

Zukunft: Bistum plant keine Umwidmungen Allerdings soll es Änderungen bei Gemeindezentren geben. Einige Kirchen werden zu Filialkirchen.

Wuppertal. In Wuppertal wird es keine Schließungen oder Umwidmung von katholischen Kirchen geben. Im Gegensatz dazu ist die Liste der Kirchen und kirchenähnlichen Gebäuden, die nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt werden, bei den Protestanten lang. (WZ berichtete)

Trotz der zahlreichen Zusammenschlüsse von katholischen Pfarrverbänden würden die Kirchen im Dorf bleiben, so Pastoralreferent Werner Kleine. "Die Regionalität soll nicht aufgelöst werden", sagt Klaus Kunißen, Rendanturleiter für Wuppertal, Solingen und Remscheid. Für Wuppertal und andere Städte im Erzbistum Köln gelte das Versprechen von Joachim Kardinal Meisner, dass keine Kirchen aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Einzige Ausnahme aus der Vergangenheit: Die Maximilian-Kolbe-Kapelle am Zoo, in der Pfarrer Hermann Schwung auf freiwilliger Basis regelmäßig die Heilige Messe abhielt, ist vor einigen Jahren geschlossen worden.

Anders sieht es da im Bistum Essen aus: Dort sind 96 Kirchengebäude umgewidmet worden. Im benachbarten Bistum sind die katholischen Kirchen teils sehr kleinteilig und großzügig auf Wohnsiedlungen verteilt worden. Dort gibt es ungefähr gleich viele Katholiken und Protestanten.

In Wuppertal gibt es keine vergleichbare Situation. Das liegt auch an der Diaspora-Situation im Tal. So war vor gut 100 Jahren St. Laurentius noch die einzige katholische Kirche in Elberfeld. Heute gehörten etwa 23 Prozent der Einwohner und damit rund 80 000 Wuppertaler zu einer katholischen Gemeinde. Die Zahl bleibt relativ konstant.

Kirchen sind zwar nicht von Umwidmungen betroffen, wohl aber Gemeindezentren: Im Rahmen des Sparprogramms "Zukunft heute" (s. Kasten) wurde beispielsweise 2006 in Vohwinkel das Pfarrzentrum von St. Ludger abgerissen. Im Mai diesen Jahres wurde das Richtfest für die Doppelhaushälften gefeiert.

Teile des alten Pfarrzentrums von St. Remigius in Sonnborn wurden zur Nutzung an das Altenheim Remigiusstift übergeben. Außerdem wurden im Rahmen des Sparprogramms einige Kindergärten geschlossen, beziehungsweise Gruppen verringert. Die Räume werden vermarktet oder anders genutzt.

In Zukunft könne sich der Status einiger Kirchen ändern, diese würden dann zu Filialkirchen: So etwa nach der Fusion der Gemeinden St. Joseph, St. Laurentius, St. Marien und St. Suitbertus im Pfarrverband Elberfeld-Mitte zur neuen Gemeinde St. Laurentius. Dort würde St. Laurentius Pfarrkirche und die anderen Filialkirchen. Eine Gemeinde kann mehrere Filialkirchen haben. Etwa die Roncalli-Kirche am Uellendahl oder St. Paul in Langerfeld besitzen bereits diesen Status.

Aufgrund der sinkenden Priesterzahlen gibt es schon jetzt einige Gemeinden, in denen nicht täglich ein Gottesdienst gefeiert wird - und das wird zunehmen. Um die Kirchenräume weiter mit Leben zu füllen, werden derzeit Liturgie-Kurse für Ehrenamtliche organisiert. "Sie werden zunehmend für Liturgiefeiern eingesetzt", sagt Kleine.

Jede Gemeinde muss einen Haushaltsplan in Köln vorlegen. Die Gemeinden bekommen dann Schlüsselzuweisungen für bestimmte Aufgaben. Grundlage ist dabei die Zahl der Gemeindemitglieder. Außerdem gibt es Geld für die Bewirtschaftung von Gebäuden. Das Personal wird über das Erzbistum finanziert. Die Zuweisungen werden über die Kirchensteuer bezahlt. Besitzen Gemeinden Kapital- oder Grundvermögen, dann wird es auf die Schlüsselzuweisung angerechnet. So soll ein Ausgleich zwischen reichen und armen Gemeinden geschaffen werden. In Wuppertal ist man allerdings allein auf die Kirchensteuer angewiesen.

Kirchenvorstand und Pfarrer können relativ frei über die Ausgaben der Gemeinden verfügen, sich zum Beispiel entscheiden, ob sie ihren Schwerpunkt in die Jugendarbeit oder in die Kirchenmusik legen. Ab einer Summe von 15 000 Euro muss allerdings die Aufsichtsbehörde in Köln eingeschaltet werden.

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