Die Junior Uni arbeitet mit Schulen zusammen.

Bildung : Vertiefung und Ergänzung

Die Junior Uni pflegt die Verbindung zu allen Schulformen und kann deren Arbeit unterstützen.

„Manche denken, wir wären elitär oder nur etwas für hochbegabte Kinder.“ Diesem Vorurteil treten Constanze Hülsberg und weitere Mitarbeiter der Junior Uni entgegen, wenn sie zweimal im Jahr die weiterführenden Schulen in Wuppertal, Solingen und Remscheid besuchen. Dann stellen sie vor, welche Kurse die Junior Uni im kommenden Semester anbietet. Im Idealfall ist ein Schüler schon an der Junior Uni gewesen und kann seinen Mitschülern davon erzählen. Das Interesse steigt, wenn die Kinder hören, dass es keine Noten gibt und es ganz allein auf ihre Interessen ankommt.

Auftreten mit
Selbstbewusstsein

Der Kontakt ist wichtig für die Junior Uni. Denn auch wenn das bunte Haus an der Wupper schon viele Kinder und Jugendliche kennen - es gibt auch noch viele, die nicht genau wissen, welche Möglichkeiten es bietet. Gleichzeitig freuen sich die Schulen über den Kontakt. Auf diese Weise können sie ihren Schülern neue Möglichkeiten eröffnen.

An der Hauptschule Hügelstraße nimmt sich Lehrerin Sabine Ewich immer viel Zeit für den Besuch der Junior Uni und freut sich daran, wenn Schüler die Junior Uni vorstellen. Eine Schülerin konnte den anderen Kindern zum Beispiel einen Fledermausdetektor vorführen, den sie an der Junior Uni gebaut hat: „Das war schon etwas Besonderes, wie selbstbewusst sie vor der Klasse gesprochen hat.“

Damit möglichst viele Kinder die Chance dazu haben, dürfen sie direkt nach der Vorstellung Anmeldebögen ausfüllen, die Eltern werden telefonisch ins Boot geholt. Die Klassenlehrer erinnern die Kinder an den Kurs­start und Sabine Ewich begleitet sie auch schon mal zum ersten Kurstag - wichtig für Kinder, deren Eltern sich weniger um solche Angebote für ihre Kinder kümmern.

Manche Schulkinder kommen noch direkter in Kontakt mit der Junior Uni. Denn diese hat ein spezielles Angebot für Grundschulen: Gemeinsam mit Praktikern entwickeln Grundschulpädagogen ein Konzept für zwei besondere Schultage. Je zwei Klassen aus verschiedenen Schulen blicken dann zum Beispiel beim Zoo hinter die Kulissen oder lassen sich von Handwerkern den Umgang mit Werkzeug erklären.

Monika Winkler von der Grundschule Westersburg in Solingen hat schon mit zwei Klassen teilgenommen. „Die Kinder waren absolut begeistert. In den Abschiedsbüchern der Viertklässler wurden die Junior Uni und der Zoobesuch ganz oft erwähnt.“ Bisher gab es 20 Grundschulkurse, an denen 800 Grundschüler teilgenommen haben.

Für Jugendliche hat die Junior Uni 2017 die Inter AG entwickelt. Schulen können diese zu vorgegebenen Themen ihren Schülern anbieten, zum Beispiel Radiomachen oder Industrierobotik. An einer AG nehmen jeweils Schüler von zwei verschiedenen Schulen teil. Dieses Prinzip, das auch für die Grundschulkurse gilt, soll helfen, die gewohnten (Schul-)Verhaltensweisen zu verlassen. Die Schulen erkennen die Inter AGs als AG auf den Zeugnissen ihrer Schüler an.

Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche Verbindungen über die Junior Uni Studenten, die natürlich auch Schulen besuchen. „Ich höre öfter, wie begeistert die Schüler von den Junior Uni Kursen sind“, berichtet zum Beispiel Bettina Kubanek-Meis, Leiterin der Gesamtschule Barmen. Sie hat auch schon erlebt, dass Schüler, die an der Schule eher Schwierigkeiten haben, an der Junior Uni ihr Interessengebiet finden.

Fasziniert ist sie, wie es der Junior Uni gelingt, den Kindern neue Wissensgebiete nahe zu bringen. Sie erinnert sich an den Wettbewerb der Junior Uni, bei dem unter anderem Kleidung entworfen wurde. Weil diese Kleidung auch leuchten sollte, haben sich die Kinder auch mit LED-Lampen beschäftigt. Die Junior Uni sei „eine ganz wichtige Vertiefung“ des Wissens.

Und Karl W. Schröder, ehemaliger Leiter des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums und Mitglied des Wissenschaftlich-Pädagogischen Beirats der Junior Uni, weiß, dass die Junior Uni früh für Wissen begeistern kann. Er berichtet: „Wir haben bei Anmeldungen erlebt, dass Eltern erzählen, ihr Kind sei an der Junior Uni gewesen und wolle deshalb an eine Schule mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt.“ Die positiven Erfahrungen an der Junior Uni könnten die Kinder für das weitere Lernen motivieren. Einen besonderen Motivationsschub erleben Schüler, die an der Junior Uni Dozenten werden. Wenn sie ihr Wissen Jüngeren erklären müssen - „das ist ein enormer Lerneffekt“, sagt Karl W. Schröder.

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