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Die jüngste Presbyterin Wuppertals

Die jüngste Presbyterin Wuppertals

Porträt: Inken Loebe organisiert in ihrer Freizeit Gottesdienste und Freizeiten. Jetzt wurde die 18-Jährige Presbyterin gewählt.

Wuppertal. Am vergangenen Wochenende feierte Inken Loebe erst mit ihren Freunden in den 18. Geburtstag hinein und ließ sich am nächsten Tag in das Leitungsgremium der evangelischen Kirchengemeinde Cronenberg wählen: Die Schülerin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (12. Klasse) ist die jüngste Presbyterin in Wuppertal.

Das frühe Engagement für ihre Gemeinde ist für die Cronenbergerin nichts ungewöhnliches: Seit sie 2004 zur Konfirmation gegangen ist, hilft sie beim Konfirmandenunterricht, organisiert Jugendgottesdienste und Kinderferien. Neben der Arbeit für die Schule und ihrem anderen Hobby, dem Klavierspielen, nimmt das viel Zeit in Anspruch. "Das hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht. Aus unserer Konfi-Gruppe will die Hälfte der Leute weiter machen", sagt sie.

Als Pfarrerin Simone Mechels gefragt hat, ob sie nicht für das Presbyteramt kandidieren möchte, hat Inken Loebe spontan ja gesagt - genau wie Kristof Keller und Maximilian Gausepohl, die ebenfalls 18 Jahre alt sind.

Für die Schülerin steht die Gemeinschaft bei der Gemeindearbeit im Vordergrund - als altbacken empfindet sie das Engagement keineswegs. "Wer Simone Mechels kennt, weiß, warum wir alle dabei sind", schwärmt Loeben von der charismatischen Pfarrerin. Auf die Frage, ob Kirche für Jugendliche noch modern sei, antwortet sie: "Das kommt immer auf die Leute an, die dahinter stehen und wie die Werte vermittelt werden."

Und wie steht’s mit der Religion? "Ich glaube schon an Gott, aber nicht mit allem, was dazugehört. Für mich hat die Bibel eher symbolischen Charakter", erklärt Loeben. Auch wenn viele ihrer Freunde und Mitschüler ebenfalls in Gemeinden aktiv sind, gäbe es natürlich auch Gleichaltrige, die ihren Einsatz für die Kirche "eher nicht nachvollziehen könnten."

Ihre Eltern übrigens waren eher erstaunt über ihre Entscheidung. "Meine Mutter ist ausgetreten und mein Vater ist eher passiver Kirchgänger", gibt Inken Loebe schmunzelnd zu. Für die nächsten vier Jahre hat sie sich jetzt als Presbyterin verpflichtet. Einmal pro Monat gibt es ein Treffen der Mitglieder, alle helfen abwechselnd bei den Gottesdiensten mit, und im April bekommt jeder der zwölf Presbyter ein bestimmtes Amt zugeteilt.

Inken Loebe will sich in Zukunft - wie sollte es anders sein - für die Jugendarbeit stark machen: "Zwischen alt und jung gibt es viele Vorurteile auf beiden Seiten. Wir sollten versuchen, sie zu widerlegen."Ganz konkret will sie sich für Jugendräume im neuen Gemeindezentrum Emmauskirche einsetzen. Angst, dass sie unter den alters- und zumeist auch erfahrungstechnisch überlegenen Presbyterkollegen untergehen könnte, hat sie übrigens nicht: "Wir sind zu dritt - wir werden uns da schon irgendwie durchsetzen."