Die Jakobstreppe ist wieder sichtbar

Die Jakobstreppe ist wieder sichtbar

Der Bewuchs wurde entfernt. Doch eine Sanierung ist frühestens 2020 in Sicht.

Wuppertal. Jetzt ist wieder der freie Blick durch die Häuserschlucht möglich. 155 Stufen ist die Jakobstreppe lang und damit die längste in der Stadt. Steil schiebt sie sich zum Nützenberg hinauf. Betreten kann man sie aber weiterhin nicht: Gitter sperren den Weg ab. Nach Angaben der Stadt bleibt es auch dabei, dass andere Bauwerke bei der Sanierung Vorrang haben. Frühestens 2020 könnte die Jakobstreppe repariert werden, so Baudezernent Frank Meyer.

Foto: Andreas Fischer

Seit 2009 ist die Treppe gesperrt, zuletzt war sie so zugewuchert, dass die Stufen schon nicht mehr zu sehen waren. Jetzt ist alles Grün entfernt. Damit ist der Zustand besser sichtbar und weitere Schäden durch Wurzeln werden verhindert. „Aber das steht nicht im Zusammenhang mit aktuellen Arbeiten“, betont Meyer.

Thorsten Warning, Leiter Konstruktiver Ingenieurbau bei der Stadt und damit für Treppen, Brücken und Stützmauern zuständig, betont: „Die Jakobstreppe ist derzeit nicht priorisiert.“ Die Sanierung anderer Bauwerke, insbesondere Brücken wie der Brändströmbrücke, der Adlerbrücke oder der Bembergbrücke sei dringender.

Das Problem ist vor allem das Personal. Der Stadt fehlen Ingenieure, die solche Maßnahmen ausschreiben und überwachen. Die Planung und Ausführung überlasse die Stadt ohnehin schon lange Fremdfirmen, sagt Frank Meyer. Er hat inzwischen die Genehmigung für vier neue Stellen, „ein Teil davon“ sei bereits ausgeschrieben. Die Bewerbungen dafür seien aber „überschaubar“ - „Ingenieure sind Mangelware“.

Die Sanierung der Jakobstreppe sei aufwendiger, als man auf den ersten Blick vermute, erklärt Meyer, denn sie sei wie viele andere Wuppertaler Treppen mit den Wänden der benachbarten Hauser verbunden. „Das ist eine komplexe Statik, die bis in die Fundamente der Häuser reicht.“ Von daher sei es auch keine große Erleichterung, dass die Stadtwerke inzwischen nicht mehr an Leitungen unter der Treppe wolle.

„Es ist ein Trauerspiel“, beklagt Ingelore Ockel (CDU), Bezirksbürgermeisterin von Elberfeld-West, die Situation. Seit Jahren fordert die Bezirksvertretung, die Verbindung zwischen Nützenberger und Friedrich-Ebert-Straße wieder herzustellen. Auch der Förderverein Historische Parkanlagen hofft darauf — schließlich führe die Treppe zum Nützenbergpark, betont die Vorsitzende Brigitte Alexander.

Mehr von Westdeutsche Zeitung