Die Internationale und Eintopf im Engels-Haus

Die Internationale und Eintopf im Engels-Haus

Das Wochenende steht im Zeichen des 190. Geburtstags von Friedrich Engels.

Wuppertal. Die Internationale, die Hymne des Sozialismus und des Kommunismus, ist in Wuppertal nicht mehr häufig zu hören. Am Sonntag, 28. November, ist es aber wieder so weit. Denn gegen 18 Uhr bringt der Posaunenchor Dreiklang ein Geburtstagsständchen für Friedrich Engels. Gefeiert werden am Wochenende der 190.Geburtstag des Barmer Politikers - und der 40. Geburtstag des Engels-Hauses. Ein Anlass, zu dem womöglich auch ein Mitglied des chinesischen Staatssekretariats erwartet wird. Aber das wissen die Veranstalter noch nicht genau.

Klar ist hingegen, dass Samstag und Sonntag auch 17 Fotografien von Engels zu sehen sind. Bemerkenswert, weil es nur 23 gibt, so Historiker Reiner Rhefus. Führungen durch das Engels-Haus gibt es am Samstag um 14, 15 und 17Uhr. Der Sonntag wartet um 11Uhr mit einem Überblick über den Stand der Engels-Forschung auf. Von 12.30 bis 14Uhr gibt es im Engelskeller erst Eintopf, danach Führungen, Musik und Lesungen; um 17 Uhr startet dann die Ideenwerkstatt. Dabei geht es um die weitere Entwicklung des Engels-Hauses. Und die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen.

Damit fallen die Feiern zum 190. Engels-Geburtstag nicht so wuchtig aus wie die zum 150., als das Engels-Haus eröffnet wurde. Damals gab es sozusagen großen Bahnhof in der Stadt: Wissenschaftler aus aller Welt trafen sich zu einer Konferenz in der Stadthalle, im Schauspielhaus wurde über die Aktualität des von Engels skizzierten Gesellschaftsbildes diskutiert und im Opernhaus zeigte das Berliner Ensemble das Stück "Die Tage der Kommune" von Bertolt Brecht. Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt würdigte in der Stadthalle das Lebenswerk von Friedrich Engels. Die DKP wartete mit einem Fackelzug auf. Und die ein oder andere Mark zur Finanzierung einiger Aktivitäten stammte wohl aus der DDR, wie Rhefus berichtet.

Während der vergangenen 40 Jahre allerdings punktete das Engels-Haus besonders bei Gästen aus sozialistischen oder kommunistischen Ländern. Aus China kommen immer wieder Delegationen, um die Ausstellung zu besuchen. Vor dem Engels-Haus überreichte Deutsch-Rocker Udo Lindenberg in seiner legendären Aktion 1987 eine Gitarre an DDR-Staatschef Erich Honecker. Motto: "Gitarren statt Knarren".

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