Wuppertal: Die Innenstadt soll umgestaltet werden

Wuppertal : Die Innenstadt soll umgestaltet werden

Die Pläne für Neumarkt, Wall und Platz am Kolk müssen aber erst überprüft werden.

Eine Busspur über den Neumarkt, entlang der Commerzbank, wie damals bei der Straßenbahn. Eine direktere Anbindung des Elberfelder Rathauses an den Neumarkt. Oder die Umwandlung der Neumarktstraße zur Fußgängerzone. Das sind mögliche Umgestaltungen, die in den Werkstätten zur Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld erarbeitet wurden.

Der Stadtrat will die Verwaltung jetzt damit beauftragen, eine Mobilitätsuntersuchung für Elberfeld zu vergeben, um diese Möglichkeiten zu prüfen. Dies geht aus einer Beschlussvorlage der Stadt hervor, die der Bezirksvertretung Elberfeld und den betroffenen Ausschüssen für Finanzen und Stadtentwicklung vorgelegt wurde. Am Montag entscheidet der Rat der Stadt Wuppertal über diese Vorlage.

Viele Plätze sind dominiert von „motorisiertem Verkehr“

In den Strategiewerkstätten sollten mögliche Veränderungen für bestimmte Orte in Elberfeld, die unter anderem aus Bürgerbefragungen hervorgingen, genauer benannt werden. Es ging darum, die Aufenthaltsqualität von öffentlichen Plätzen und das Erscheinungsbild der Innenstadt zu verbessern. Vor allem für Fußgänger und Radfahrer.

Aber bevor da etwas passieren kann, muss man gucken, was mit den bisherigen Nutzern ist. Denn viele Plätze sind stark vom „motorisierten Verkehr“ dominiert. Der Lenkungskreis zur Qualitätsoffensive hat deshalb angeregt, eine Mobilitätsuntersuchung in Auftrag zu geben. Der Fokus soll dabei erst einmal auf den Überlegungen für die Bereiche Wall/Neumarkt/Kerstenplatz und Platz am Kolk liegen.

Empfohlen werden eben die Verlegung der Busführung über den Neumarkt. Die Busspur soll dabei vom Wall entlang des Commerzbankgebäudes um den Neptunbrunnen in die Friedrichstraße führen. Ebenfalls am Neumarkt solle die stadtgestalterische Anbindung des Rathauses an den Marktplatz erfolgen. Dadurch werde das alte Rathaus wieder zum identitätsstiftenden Element, heißt es im Dokumentationspapier der Strategiewerkstatt.

Zur Neugestaltung der Neumarktstraße gibt es verschiedene Ideen, wie etwa die Umwandlung der Straße in eine Fußgängerzone, aber auch eine mittelfristige Lösung wie die Veränderung des Straßenbelags, die zu einer Geschwindigkeitsreduzierung führen soll, wurde angedacht. Die Stadt will laut Beschlussvorlage die verschiedenen Vorschläge prüfen.

Auch soll der Bürgersteig vor der Kirche am Kolk zugunsten der Kirchenbesucher erweitert werden und eine Vorfläche für das neue Hotel am Platz am Kolk entstehen. Die war schon vielfach Thema in der Stadt.

Aber all das sind bislang ungeprüfte Möglichkeiten. Es bedarf einer umfangreichen Untersuchungen, bevor etwas davon umgesetzt werden kann. Wenn es darum gehe, Fußgängern und Radfahrern zusätzliche Flächen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig vorhandene Verkehre geordnet abzuwickeln, wird eine Untersuchung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur erforderlich, heißt es in der Beschlussvorlage. Geklärt werden müssen die Auswirkungen solcher Pläne auf die Erreichbarkeit der Innenstadt, die zukünftige Führung der Buslinien oder auch auf eine zukunftsorientierte Citylogistik. Wobei der Stadtentwicklungsausschuss ausdrücklich die Formulierung „auch Velocarrier“ aus der Vorlage hat streichen lassen, als Fahrrad-Lieferverkehre.

Untersuchung soll höchstens 300 000 Euro kosten

Die Ausgaben für eine Mobilitätsuntersuchung sollen laut der Vorlage höchstens 300 000 Euro betragen, wovon 80 Prozent aus Fördermitteln finanziert werden könnten. Die Vergabe der Untersuchung soll im Falle einer Zustimmung im Rat im Juli erfolgen. Mit der Vergabe und Umsetzung der Ergebnisse aus der Mobilitätsuntersuchung soll dann allerdings erst im Herbst 2021 begonnen werden, sofern die Finanzierung sichergestellt werden kann.

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