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Wuppertal: Die Ideenschmiede der Wuppertaler Uni

Wuppertal : Die Ideenschmiede der Wuppertaler Uni

Beim Gründerstammtisch an der Bergischen Universität präsentieren Studenten und Absolventen ihre neuen Projekte.

Wuppertal. Raphael Rosenstein und Hasan Hilal haben im Raum M.12.22 auf dem Campus Grifflenberg gerade noch einen Platz ergattert. Um kurz nach 18 Uhr ist der Raum voll besetzt. Rund 50 Studenten sind der Einladung zum Gründerstammtisch gefolgt. Der Stammtisch für Unternehmer wird ein Mal im Monat von Bizeps ausgerichtet. Die Gründungsinitiative der Bergischen Universität bietet Studenten und Absolventen Beratung und Service rund um die Unternehmensgründung — und eben Veranstaltungen wie den Gründerstammtisch.

Wuppertal: Die Ideenschmiede der Wuppertaler Uni
Foto: Uni Wuppertal

Rosenstein und Hilial studieren beide Wirtschaftswissenschaften. Sie wollen sich beim Gründerstammtisch Tipps holen, wie sie ihr Wissen in die Praxis umsetzen können. „Ich mag den Spirit hier. Es motiviert mich, zu sehen, wie Menschen Fortschritte machen oder scheitern und trotzdem weiter machen“, sagt Rafael Rosenstein. Außerdem fördere die Uni Gründer sehr stark. Der 22-Jährige plant mit seinem Kommilitonen Hasan Hilal eine Gründung im Bereich Finanztechnologie. Der Businessplan ist fertig, sie stehen vor ihrem Pitch, der Präsentation ihrer Idee.

Am Mittwochabend erzählen aber erst einmal zwei andere Unternehmer, wie sie neben dem Studium eine Firma gegründet haben. Aljoscha Blömer hat zusammen mit acht Freunden die Firma Fanwerk ins Leben gerufen. „Wir wollten etwas vertreiben, für das wir brennen“, sagt Blömer. Deshalb bieten die Studenten der Informatik und Wirtschaftswissenschaften seit August 2016 Produkte rund um Star Wars, die Serie Game of Thrones und Marvel an. Ihre Geschäftsidee finanzieren die Fans von Fantasyfilmen und Serien durch Nebenjobs. Denn Gewinn wirft das Unternehmen, das neben dem Studium läuft, bislang nicht ab.

Diese Erfahrung hat auch Moritz Blees gemacht. Der Kölner hat sich 2012 mit vier Freunden selbstständig gemacht. Ihre Firma Kerbholz vertreibt nachhaltige Modeaccessoires wie Sonnenbrillen und Uhren aus Holz. In den vergangenen fünf Jahren konnten die vier Jungunternehmer den Umsatz von 30 000 Euro auf mehr als vier Millionen Euro steigern. Die Erfahrung von Blees ist: Wer fragt, bekommt Hilfe, aber auch, dass es schwer für Start-ups ist, Kredite zu bekommen.

Die Besucher des Gründerstammtischs hören dem erfahrenen Jungunternehmer Blees gebannt zu. Auch Rafael Rosenstein und Hasan Hilal haben nach dem Vortrag von Blees leuchtende Augen. „Es zeigt, wie wichtig Durchhaltevermögen ist und auch Verhandlungsgeschick“, sagt Rosenstein. Er nehme die Begeisterung mit, um beim nächsten Gründerstammtisch ihre gemeinsame Idee vorzustellen.

Die Chance, ihre Idee in fünf Minuten vorzustellen, ergreifen Daniel Todorovic, Dominique Tran und Lisa Blondrath. Die drei Studenten wollen unter dem Namen „Cocktea“ Cocktails auf Teebasis vertreiben. Nach der kurzen Präsentation stellt das Plenum durchaus kritische Fragen zu möglichen Kunden und Vertriebswegen. „Wir wissen, dass es schwierig ist, sich in der Lebensmittelindustrie durchzusetzen. Aber wir wollen Kritik haben, um zu hören, was schief laufen könnte“, sagt Todorovic.

„Der Grundgedanke des Gründerstammtisches ist, Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Uljana Engel, die den Abend in Kooperation mit dem WTec Gründertechnologiezentrum organisiert. Es sei ein guter Ort, um sich zu vernetzen. „Hier können sich Teams finden“, sagt Engel. Darauf hoffen auch Maran Voskanian und Alexander Lenz. Die beiden Architekten haben in Wuppertal studiert und wollen sich jetzt selbstständig machen. Sie bieten online Einrichtungsbeispiele an und wollen die dafür benötigten Farben, Tapeten und Bodenbeläge verkaufen. „Das erspart dem Kunden lästiges Gerenne von einem Baumarkt zum anderen“, erklärt die Architektin Voskanian. Den beiden Gründern fehlt aber noch ein BWLer, der die Zahlen im Blick hat. Vielleicht finden sie ihn ja beim anschließenden Networking mit Pizza.

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