Die Ideen für das Wuppertaler Bürgerbudget sprudeln

Bürgerbeteiligung : Die Ideen für das Bürgerbudget sprudeln

Stabstelle Bürgerbeteiligung informierte über aktuellen Stand und erhielt neue Anregungen.

. Seit Februar bemüht sich die neu eingerichtete Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement, über die zahlreichen Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung des Wuppertaler Lebens aufzuklären. Am Donnerstagabend informierten Laura Adam, Clara Utsch und Angelika Leipnitz in der Alten Feuerwache an der Gathe über ihre Arbeit im Team „Engagiert für Wuppertal“. Im Zentrum des Informationsabends stand das Projekt Bürgerbudget, in dessen Rahmen im vergangenen Jahr erstmalig 150 000 Euro für Projektideen aus der Bürgerschaft bereitgestellt wurden – eine Möglichkeit der informellen Bürgerbeteiligung.

Früher habe zwischen Anliegen der Bürgerschaft und deren tatsächlicher Umsetzung ein langer Weg gelegen, erinnert sich Angelika Leipnitz, Geschäftsführerin des Zentrums für gute Taten. „Da wollen wir einfach besser werden.“ Im vergangenen Jahr wurden bereits 268 Ideen für das Bürgerbudget eingereicht, von denen fünf in der Umsetzung sind. „Ich hoffe, fürs nächste Mal sind noch genug Ideen da“, scherzte Laura Adam. Leipnitz machte sich da keine Sorgen: „Ich glaube, dass in Wuppertal noch ganz viele gute Ideen schlummern.“

Der Rat hat auch 2019 das
letzte Wort über die Projekte

Anhand von Leitfragen zum Mehrwert für die Mitbürger, den möglichen Kosten und der Dauer der Umsetzung entstanden in Kleingruppen hypothetische Projektideen, die danach im Plenum vorgestellt und diskutiert wurden.

Ein Auszug aus den entstandenen Ideen: ein Shuttleservice im Zoo, der helfen soll, die Steigungen zu überwinden. Schwebefähren auf der Wupper, die den stadteigenen Fluss zum Ausflugsziel machen sollen. Solarbetriebene Ladestationen für Handys oder Laptops an geeigneten Stellen, etwa am Hauptbahnhof. Eine App, die Informationen über Stadtteile und Sehenswürdigkeiten sammelt und so private Stadtführungen ermöglicht. Ein Raum in Unterbarmen, den Vereine und Privatpersonen für kreative Kurse und Veranstaltungen nutzen können. Und ein Treffen der Kulturen, bei dem sich die in Wuppertal vertretenen Nationalitäten mit landestypischem Essen und Musik vorstellen können. Das städtische Team zeigte sich angesichts der ebenso kreativen wie differenzierten Projektideen beeindruckt. „Ich würde sagen, wir haben hier schon die Gewinnerideen fürs nächste Jahr“, so Clara Utsch, die alle Anwesenden dazu ermutigte, ihre Überlegungen weiterzuentwickeln und im Februar einzureichen, wenn wieder Projekte für das Bürgerbudget gesammelt werden. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass nach den verschiedenen Auswahlrunden die letzte Entscheidungsgewalt immer noch beim Rat läge.

Der Infoabend fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Verwaltung stellt sich vor“ statt, mit deren Hilfe Wuppertaler ihre „Hemmschwellen zur Verwaltung abbauen“ sollen und „sehen, dass da ganz normale Menschen arbeiten“, so Suzan Öcal, die die Reihe seit zwölf Jahren gemeinsam mit Gülbey Cicek organisiert. Regelmäßig Teilnehmende sind Mitglieder verschiedener Vereine, die als Multiplikatoren in die Bürgerschaft fungieren.

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