Die Gründung der Realschule war ein Zeichen der Hoffnung

Die Gründung der Realschule war ein Zeichen der Hoffnung

Realschule Vohwinkel wird 70 Jahre alt. Am heutigen Samstag wird deswegen ein Sommerfest mit Ausstellung gefeiert.

Vohwinkel. Es waren schwierige Zeiten für die Bildung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschten im Stadtgebiet katastrophale Zustände. Durch Bombenangriffe waren mehrere Schulgebäude zerstört worden. Hunger und Mangel ließen auch in Vohwinkel einen geordneten Unterricht kaum zu. Angesichts dieser Widerstände war die Gründung der heutigen Realschule Vohwinkel 1948 ein Zeichen der Hoffnung.

Ein eigenes Gebäude gab es zwar nicht und auch Lehrmittel fehlten — trotzdem wurden zwei Klassen an der früheren Volksschule an der Yorckstraße eingerichtet. „Das war die Vision einer erweiterten Bildung am Standort Vohwinkel“, sagt Schulleiter Burkhard Eichhorn. Zum 70. Geburtstag der Realschule würdigt er den Optimismus und die Tatkraft der Pädagogen. „Damals gab es außer einer großen Anzahl von Volksschulen nur das Lyzeum für die Mädchen und das Gymnasium für die Jungen in Vohwinkel“, erläutert Eichhorn. Eine höhere Schulbildung war den Kindern wohlhabender Bürger vorbehalten. Nur diese konnten das Schulgeld von damals 15 bis 20 Mark pro Monat bezahlen. „Da brauchte es eine mittlere Bildungsanstalt“, betont der Schulleiter.

Die ersten Jahre blieben trotzdem schwierig. Löcher in den Wänden wurden notdürftig durch selbstgemachte Bilder verdeckt. 1954 wurde dann an der Blücherstraße der Grundstein für die Realschule gelegt. Die Mittel blieben aber begrenzt, was heute noch an der abgespeckten Dachkonstruktion ohne Vollholz sichtbar ist. Immerhin: „Es hat 64 Jahre gehalten“, sagt Eichhorn.

Jetzt wird es aber höchste Zeit für einen Umbau. Bei der geplanten Sanierung des Hauptgebäudes läuft gerade die Bedarfsplanung. Die soll im Sommer abgeschlossen werden. Ab Anfang 2019 geht es in die Ausführungsplanung. Die Umsetzung ist für Anfang 2020 geplant und wird laut Stadt rund zwei Jahre dauern. Dafür werden Fördermittel aus dem Bundesinvestitionsprogramm in Höhe von fünf Millionen Euro bereitgestellt. Vor fünf Jahren wurden bereits 2,5 Millionen Euro für die Sanierung des naturwissenschaftlichen Trakts der Realschule investiert. Mit der Modernisierung wird auf die steigenden Schülerzahlen reagiert. „Wir stehen gut da“, sagt Eichhorn. Insgesamt werden derzeit 560 Schüler an der Blücherstraße unterrichtet. Mit der Sanierung sind eine Erweiterung auf Vierzügigkeit und ein Umbau zur Ganztagsschule vorgesehen.

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