1. NRW
  2. Wuppertal

Die Grotte am Wuppertaler Nützenberg ist freigelegt

Stadtentwicklung : Die Grotte am Nützenberg ist freigelegt

Die WSW haben ihren Funktionsbau, der die Sicht versperrte, entfernt - zur Freude des Fördervereins und der Bezirksvertretung. 2021 sollen die weiteren Arbeiten an der Parkanlage starten.

Michael Felstau machte die frohe Kunde gleich öffentlich: „Der hässliche Funktionsbau der WSW ist weg, als ob es ihn nie gegeben hätte“, schrieb er auf der Facebook-Seite des Fördervereins Historische Parkanlagen. Denn jetzt ist der Blick auf die Grotte am Nützenberg, die durch den zwar kleinen, aber dann doch sehr störenden Bau der Stadtwerke verdeckt war, wieder frei. Es ist aber nur der erste Schritt: Der Verein um Felstau und die Bezirksvertretung Elberfeld-West wollen den gesamten Bereich rund um die Grotte wieder herrichten. Auch der Antrag auf Denkmalschutz ist in Arbeit.

Denkmalschutz könnte Fördermöglichkeiten bringen

Am Ende, hofft Felstau, soll sich die Optik des Areals wieder dem Zustand annähern, wie ihn Else Lasker-Schüler erlebte, die an der Sadowastraße, die im Prinzip hoch zur Grotte führt, aufwuchs.

Ein Ziel, das auch die Stadt habe, betont Annette Berendes, Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten. „Und zwar schon länger.“ Allerdings fehlte das Geld. Dahingehend gibt es aber Hoffnung. Insgesamt gut 30 000 Euro steuert die Bezirksvertretung aus den GFG-Mitteln aus 2019 und 2020 bei. Und dann soll auch ausgelotet werden, ob Chancen aus einer Förderung aus Denkmalschutzprogrammen bestehen, sagt Berendes.

Die Gesamtkosten könne man allerdings noch nicht abschätzen. Aktuell gehe es darum. „ein Rahmenkonzept zu erarbeiten“, kündigt die Ressortleiterin an. Der gesamte Bereich solle aufgewertet werden, die Zugänge, die Wegeführung. Alles in Abstimmung mit dem Förderverein und auf Basis alter Pläne für die Parkanlage. Fest stehe, „dass wir 2021 loslegen“, so Berendes. Die gesamten Arbeiten würden sich, je nach Finanzierung, dann über einen längeren Zeitraum erstrecken. Aber: „Es wird auf jeden Fall was gemacht“, betont Berendes.

Michael Felstau hatte schon  seit längerem die Bedeutung der Anlage, die auch schon Programmpunkt der beliebten Reihe „Park des Monats“ war, versucht hervorzuheben. Sie sei der erste Park des in den 1950er Jahren aufgelösten Elberfelder Verschönerungsvereins, der 2020 sein 150-jähriges Gründungsjubiläum hat, gewesen. Unter anderem konnte die Grotte sogar mit einem Wasserspiel aufwarten. Außerdem eröffne die „viel genutzte, schöne Terrasse eine wunderbare Aussicht auf das Briller Viertel und die Nordstadt“, wie die Bezirksvertreter in ihrem Antrag mit dem Ziel, die Parkanlage wieder herzurichten, schrieben.

Ein Areal, das Lasker-Schüler einst wie folgt beschrieb: „So oft spazierten meine Mutter und ich Hand in Hand die Sadowastrasse steil bergauf bis in die laubige Feier; die Bäume rauschten dann so froh und grün. Bevor wir aber in den Wald traten, schauten wir uns das bergische Panorama an, es lag unter uns im Tal zu Füssen.“