Die Galerie Kunstkomplex in Wuppertal wird international

Expansion nach Brüssel : Die Galerie Kunstkomplex wird international

Nicole Bardohl startet Gruppenausstellung in Wuppertal und plant Eröffnung in Basel.

Für die Vernissage zur Gruppenausstellung New&Coming hat sich die Galeristin Nicole Bardohl das erste Frühlingswochenende ausgesucht und der milde Freitagabend war ideal für einen künstlerischen Rundgang in der Elberfelder Galerie Kunstkomplex. Die Ausstellung versteht sich als Auftakt für folgende Einzelausstellungen der präsentierten Künstler, zu denen Acher, Amanda Coogan, Henri van Noordenburg, Maureen Bachaus und Steven Hautemanière gehören.

Die international bekannte Performancekünstlerin Amanda Coogan ist neu im Programm der Galerie und wird am 24. Mai als erste mit einer Soloausstellung starten. Am 25. Mai wird sie vor Ort eine sechsstündige Liveperformance präsentieren. Zwei ihrer performativen Fotografien können gerade betrachtet werden, gemeinsam mit den Werken der anderen Künstler.

Nicole Bardohl hat hier eine spannende Mischung zusammengetragen: Fotografien, Collagen und Zeichnungen. Ihre ausgestellte Kunst bezeichnet sie als „Kunst, die mit üblichen Tabus bricht.“ Und ungewöhnlich sind die meisten Werke, wie zum Beispiel die Selbstporträts des Australiers van Noordenburg, eine faszinierende Mischung aus Fotografie und Radierung, oder die poetischen, mit Schnürsenkeln durchzogenen Fotos der Niederländerin Bachaus. Und für „fast jedes“ Budget ist etwas dabei. So hängt schon mal eine Fotografie für 3000 Euro neben einer Zeichnung für 200 Euro.

Bardohl zeigt außergewöhnliche und zeitgenössische Kunst

Dieser Tage gibt es viel zu tun für die engagierte Galeristin. Neben den Vorbereitungen zur Ausstellung plant sie ihre Neueröffnung in Basel. Nachdem sie mit ihrer Galerie bereits 2017 expandierte und eine Zweigstelle in Berlin eröffnete, zieht es sie nun über die Grenzen hinaus nach Basel. Am 26. April eröffnet sie dort mit ihrem Partner René Mennuni die Galerie Kunstkomplex+Mennuni.

Nach einem etwas unglücklichen 2018, soll es 2019 nun wieder vorwärts gehen. Im Mai letzten Jahres hatte ein Wasserschaden die Galerie erfasst. „Die Zwischendecke brach herunter und ein ganzer Wasserfall kam von oben“, berichtet sie. Über 200 Bilder gingen dabei verloren und die Galerie musste komplett renoviert werden. Aus Angst vor der Ausbreitung von Schimmel, seien sogar etliche Bilder zerschnitten worden, das sei besonders schmerzlich gewesen. Heute ist davon zum Glück nichts mehr zu sehen.

Der neue Standort Basel scheint für Bardohl ideal zu sein. Seit einigen Jahren ist sie auf der Baseler Kunstmesse Scope, einer Nebenmesse der Art Basel, vertreten. Deshalb konnte sie sich in Basel bereits ein gut verzweigten Netzwerk aufbauen. Als sie von René Mennunis Galerieplänen hörte, sei sie deshalb sofort begeistert gewesen.

Aber vor der Eröffnung gibt es noch viel zu tun, wie zum Beispiel den Druck der Visitenkarten oder die Social Media-Pflege. „Und da die Galerie ja in der Schweiz ist, muss man sich auch um die Zollanträge kümmern“, seufzt sie. Zur Vernissage im April muss alles stehen. Introduction heißt die erste Ausstellung, bei der neben den zurzeit in Wuppertal gezeigten Künstlern auch Andreas Dix, Anna Berndtson, Kim Demuth und Sam Heydt zu sehen sein werden.

Und wie soll es weiter gehen? Wuppertal, Berlin, Basel – was kommt danach? „Das reicht mir jetzt erst einmal“, meint sie lachend. „Ich mache ja alles alleine und das ist schon wirklich viel.“ Denn um die Künstlervertretung ihrer Schützlinge kümmert sie sich neben den Galerien auch. Das seien ja alles ihre Lieblingskünstler, „sonst würde ich sie ja nicht vertreten.“ Gute Voraussetzungen für einen leidenschaftlichen Einsatz und Spaß im Kunstgeschäft.

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