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Die fünf Beiratsmitglieder stecken im Überraschungs-Ei

Die fünf Beiratsmitglieder stecken im Überraschungs-Ei

220 Bewerber gab es für die fünf Sitze im Beirat für Bürgerbeteiligung. Die öffentliche Verlosung fand im Rathaus statt.

220 Bewerbungen sind für die fünf Sitze im neu zu schaffenden Bürgerbeteiligungsbeirat in den vergangenen Wochen bei der Stadt eingegangen. Bei der Verlosung, die unter der Aufsicht von Barbara Segbers vom Rechnungsprüfungsamt im Rathaus stattfand, wurden die Lose mit den Namen von Charles Krakau, Margret Hahn, Dirk Kirschberger, Uwe Benn und Stefan Holl gezogen. Diese fünf Wuppertaler werden einem 25-köpfigen Beirat angehören, der den Rat der Stadt zu Themen der Bürgerbeteiligung beraten soll beziehungsweise Themen vorschlägt, bei denen sich die Einbeziehung der Bürger in Planungs- und Entscheidungsprozesse anbietet.

Marcel Solar von der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement wies darauf hin, dass der Bürgerbeteiligungsbeirat in den Leitlinien zur Bürgerbeteiligung, die in den vergangenen Monaten erarbeitet wurden, verankert ist. Dem Beirat gehören neben den fünf Bürgern, fünf Vertreter der Politik, fünf der Verwaltung und weitere zehn von Institutionen und Verbänden an.

Dass sich 220 Interessenten beworben hatten, bezeichnete Marcel Solar als positive Überraschung. Unter anderen steckte auch der frühere Dezernent für Bürgerbeteiligung Panagiotis Paschalis in der Lostrommel, aber sein Los wurde von Losfee Kaja Hempel nicht gezogen. Wobei der Begriff Lostrommel nicht wörtlich zu verstehen ist. Es handelte sich um einen rechteckigen Plastikbehälter mit 220 gelben Kapseln, die man besser als Überraschungseier kennt. „Wir haben die Hülsen ohne Inhalt bestellt, das war die kostengünstigste Lösung“, erklärte Marcel Solar. Unter Aufsicht von Barbara Segbers wurden die Kapseln dann mit den Namen der 220 Bewerber bestückt.

Uwe Benn, beruflich als Gesundheitsbeauftragter des Jobcenters tätig, sieht sich als gebürtiger Barmer in der Pflicht, sich für eine Trendwende auf dem Werth stark zu machen. „Der Niedergang ist leider unübersehbar, ich bedaure bestimmte Entwicklungen“, sagt Uwe Benn. Gesundheitliche Themen und das große Thema der Integration sieht er als weitere mögliche Schwerpunkte seiner Arbeit im Beirat. „Mein Wunsch ist es, den Bürgerwillen wieder stärker zu spiegeln.“

„Das finde ich aber gut“, sagt Margret Hahn, die gestern von der Stadt per E-Mail die frohe Kunde bekam. Bei mehreren Werkstätten zur Bürgerbeteiligung sei sie bereits dabei gewesen, „da aber noch unter ferner liefen, ohne großen Einfluss“. Jetzt könne sie richtig mitreden, freut sich die 72 Jahre alte Bankkauffrau, die nicht nur in Langerfeld aufgrund ihres langjährigen Engagements für den dortigen Bürgerverein bekannt ist.

Dass die Stadt den Beirat eingerichtet habe, „ist eine gute Idee“. Vorher sei wichtig gewesen, „wie gut man vernetzt ist, um gehört zu werden“. Das habe viel Eigeninitiative erfordert, sagt Margret Hahn, die weiß, wie mühselig das mitunter sein kann. Aufgrund ihrer Erfahrung, sehe sie sich deshalb „gut in der Lage, im Beirat mitzuarbeiten“, fügt sie schmunzelnd hinzu.