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Die Freibad-Saison ist gestartet — mal mit, mal ohne Wasser

Die Freibad-Saison ist gestartet — mal mit, mal ohne Wasser

Seit Mittwoch wird in den ersten Bädern wieder geschwommen. Auch die Mirke hat ihre Saison eröffnet.

Wuppertal. Es war zunächst mal eine Veranstaltung für zähe Wasser-Fans: Bei etwa 17 Grad im Schatten und frischem Wind begann am Mittwoch in den Freibädern Mählersbeck und Neuenhof die Saison. Vor allem auf Korzert nutzten viele Badegäste die angenehme Wassertemperatur im beheizten Freibad des SV Neuenhof für den ersten Sprung des Jahres ins Nass. In den kommenden Tagen werden weitere Freibäder nachziehen.

Eine Bad-Eröffnung der etwas anderen Art feierte am Mittwoch das bekanntlich wasserlose Freibad Mirke — dort stellte der Freibad-Förderverein um Heiner Mokroß einmal mehr seine Kreavität unter Beweis. Die neueste Erfindung der Mirke-Aktivisten: das Pool-im-Pool-System. Das Prinzip ist einfach: Planschbecken aufpumpen, hinein damit in den großen, leeren Swimmingpool und Wasser in die Gummiwannen einlassen.

Schwimmspaß garantiert das System nicht, wohl aber enorme Wasserersparnis. Die kann das Freibad derzeit noch gut gebrauchen, denn der Förderverein Pro Mirke mit seinen derzeit 240 Mitgliedern kämpft eifrig dafür, die erforderlichen 200 000 Euro Eigen-Startkapital zu sammeln, um das seit Jahren trockene Traditionsbad wieder mit Wasser und Leben füllen zu können.

„Ich habe in diesem Bad das erste vierblättrige Kleeblatt meines Lebens entdeckt“, erinnert sich Csilla Letay an ihre frühen Erlebnisse mit der Mirke. Heute ist sie 2. Vorsitzende des Betreiber- und Vorstandsmitglied des Fördervereins und setzt sich vehement dafür ein, dass die 165 Jahre alte Bade-Schönheit nicht gänzlich stirbt.

Gegen einen Euro Eintritt durften am Mittwoch alle Fans der Mirke mitplanschen — was sie wetterbedingt dann doch nicht taten. Ersatzweise kam die Wasserschleuder zum Einsatz, eine überdimensionale Zwille, mit der Wasserbomben Richtung Becken katapultiert wurden. Erstaunliche 80 Meter schaffte der Sieger dieses Wettkampfs, der seinen Teil dazu beitrug, das Bad über Wasser zu halten.

Zur ideenreichen Überlebensstrategie zählt aber auch ein Spiel, das sich Discgolf nennt: Frisbeescheiben müssen in Körbe eingelocht werden. „Im Bergischen Land sind wir die einzigen, die so etwas anbieten“, sagt Mokroß. Bleibt zu hoffen, dass die Saison viel Sonne beschert und die Wuppertaler dazu animiert, sich für den Übergangs in einem trockenen Freibad zu amüsieren — bis 2015. Dann will der Verein genug Geld beisammen haben, um den Umbau der Mirke in ein Naturfreibad stemmen zu können.