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Wirtschaft: Die Firma Stahlwille verlegt die Logistik nach Radevormwald

Wirtschaft : Die Firma Stahlwille verlegt die Logistik nach Radevormwald

Gleichzeitig wird die Produktion in Wuppertal ausgebaut.

Der Werkzeughersteller Stahlwille aus Cronenberg verlegt seine Logistik nach Radevormwald. Dazu will das Traditionsunternehmen eine bestehende Halle dort kaufen. Die Logistik soll dort gebündelt und modernisiert werden, berichtet der Vorsitzende der Geschäftsführung, Winfried Czilwa.

Gleichzeitig soll die Produktion, die aktuell noch zwischen Remscheid und Wuppertal aufgeteilt ist, komplett nach Wuppertal ziehen. Damit sollen 50 Mitarbeiter zusätzlich an die Lindenallee kommen.

Rund 40 Mitarbeiter sollen umgekehrt von Wuppertal nach Radevormwald verlegt werden. Czilwa merkt an, dass die geplante Automatisierung der Logistik aber auch dazu führen werde, die Anzahl der Logisitik-Mitarbeiter verringert wird. Das betreffe vor allem Leiharbeiter. Festangestellten habe man intern andere Jobs angeboten, es würden aber auch Mitarbeiter in Frühruhestand oder Altersteilzeit gehen. Es gebe keine Kündigungen, betonte er.

Hintergrund der Umstrukturierung sei eine seit Jahren laufende Modernisierung. Statt klassischer Lagerarbeit soll es moderne Logistik geben. Es würden also keine Stapler mehr zu den Produkten fahren, sondern die Produkte automatisch zu den Menschen, die sie verpacken, gebracht werden.

Dabei wäre ein Anbau in Wuppertal möglich gewesen, sagt Czilwa. Aber der wäre nicht wirtschaftlich und bedarfsgerecht gewesen. Bodenuntersuchungen auf dem eigenen Parkplatz hätten schwierigen Baugrund ergeben und zudem sei eine zu niedrige Bauhöhe wegen der umliegenden Wohnbebauung vorgeschrieben. Also sei die Firma auf die Suche nach einer passenden Lagerhalle im Umkreis gegangen und sei in Radevormald fündig geworden. Die Halle dort ist relativ neu – von 2004 – und in den Ausmaßen perfekt auf die Bedürfnisse abgestimmt.

Die Höhe wäre in Wuppertal
nicht möglich gewesen

„Die Halle ist 15 Meter hoch. So können die Regalbediengeräte in die Höhe gehen. Das hätten wir bei einer Bauhöhe von 7,5 Meter in Wuppertal mit der Länge kompensieren müssen. Czilwa sagt, dass auch ein Angebot für ein Grundstück in Wuppertal keine andere Entscheidung gebracht hätte - allein aus ökonomischer Sicht.

Der Stadt und der Wirtschaftsförderung war das Geschehen bekannt. Rolf Volmerig, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung betont aber, die positive Entwicklung der Produktion in Wuppertal. Auch Oberbürgermeister Andreas Mucke verweist darauf, dass die Produktion hier mehr Arbeitsplätze im Verhältnis zur Größe des Geländes schaffe als die Logistik. Zudem merkt er an, dass eine so Hohe Halle im Wohngebiet nicht möglich gewesen wäre.

Marcel Hafke (FDP) kritisiert dennoch das Handeln der Stadt; dass Amazon und DHL Flächen bekommen und mittelständische Unternehmen nicht mit Priorität behandelt würden. Zudem sagt er, müsse die Stadt kreativer mit den umgebenden Kommunen verhandeln, wenn man den Wegzug nicht verhindern könne. Er fordert, dass Kooperationsabkommen geschlossen werden, durch die Teile der Gewerbesteuer gesichert würden. Mucke sagt, daran werde gearbeitet.