Bienenfrühling: Die Bienenzucht in Cronenberg boomt

Bienenfrühling : Die Bienenzucht in Cronenberg boomt

Seit 1925 besteht der Verein im Stadtteil, der nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch eine ausgewiesene Expertise hat.

. „Wir waren noch nie so groß wie jetzt“, freut sich Karl-Heinz Bauß, erster Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Cronenberg. 120 Vereinsmitglieder zählt der Verein derzeit, hat durchaus noch Luft nach oben. Der Cronenberger Verein, der im November 1925 gegründet wurde, ist der größte der fünf Bienenvereine im Kreis.

Wie Bauß sich diese Faszination erklärt? „Ich würde sagen, es ist das weltweit größte Hobby. Sie beschäftigen sich mit Natur, Physiologie, Zucht, Gesetzestexten bis hin zum Marketing. Bienenzucht ist ein sehr weites Feld“, schwärmt er, nennt selbst zwölf Völker sein Eigen, hat mit der Imkerei vor elf Jahren begonnen. Das Wissen darüber hat er sich über viele Schulungen, Fortbildungen und den Austausch mit anderen Imkern erarbeitet. Den Kontakt möchter nicht mehr missen.

Bienenzucht, das weite Feld: Dafür bietet der Verein seinen Mitgliedern umfassende Schulungen, Fortbildungen und Beratungen an. Neben zertifizierten Bienensachverständigen gehören auch Honigsachverständige zum Kompetenzteam. Sie informieren die Imker bei Fragen zur Honigaufbereitung oder klären über Prämierungsrichtlinien auf, beraten bei behördlichen Regelungen und wissen über Bienengesundheit Bescheid. So klein die Biene ist, so viel gibt es zu beachten und auch falsch zu machen.

Hier sieht Karl-Heinz Bauß einen großen Vorteil des Vereins: „Die Mitglieder bekommen immer die neuesten Informationen. Die Umwelt ändert sich rasant. Als Imker kommen Sie nicht mehr daran vorbei, sich mehrfach im Jahr über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Ich kann wirklich nur jedem raten, in den Verein einzutreten. Gemeinsam ist man stärker, es gibt 1000 Dinge zu beachten.“

Beim Imkerlehrgang wird mit
echten Bienenvölkern gearbeitet

Und wie kann man nun Imker werden? Im jährlichen Imkerlehrgang des Zuchtvereins Cronenberg bekommen zukünftige Imker die Möglichkeit, sich nicht nur theoretische Grundlagen anzueignen, sondern sie auch am echten Bienenvolk zu vertiefen. Hierfür hat der Verein extra zwei Lehrbienenhäuser. Eines befindet sich im Igelgarten der Station Natur &Umwelt, das andere steht im Waldpädagogischen Zentrum. Ab Juni wird an der Station Natur & Umwelt dort auch wieder der Infotreff für Bieneninteressierte stattfinden, der sich an alle Altersgruppen richtet.

Ein weiteres Angebot des Vereins: die Aktion „1m² Bienenweide“. Damit möchten die Mitglieder die Lebensbedingungen der Insekten verbessern. Verpacktes Saatgut bienenfreundlicher Pflanzen wird kostenlos auf Veranstaltungen verteilt. Karl-Heinz Bauß: „Auf diese Weise können sie in ihrem Garten einen kleinen Beitrag leisten und den Wild- und Honigbienen und anderen Insekten Nahrung bieten.“

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