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Nachgehakt: Die Baumpaten von einst ernten Früchte auf vier Wiesen

Nachgehakt : Die Baumpaten von einst ernten Früchte auf vier Wiesen

Wuppertal. Ende der 1990er-Jahre startete die Stadt die Aktion „der eigene Obstbaum auch ohne Garten“. Viele Wuppertaler übernahmen damals eine Baumpatenschaft, mit der die Anpflanzungen finanziert wurden.

Doch was ist aus den Obstbäumen geworden, die mit Namensplaketten ihrer Besitzer gekennzeichnet sind? Die WZ fragte nach.

„Na klar gibt es diese Bäume noch“, sagt Henrike Mölleken, Leiterin der Abteilung Umwelt- und Landschaftsplanung. Für die Pflege und Kontrolle der rund 220 verbliebenen Bäume sei die Stadt zuständig, in diesem speziellen Fall die Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde. Vier Wiesen sind damals mit Bäumen bepflanzt worden.

Sie tragen inzwischen Früchte: Äpfel, Birnen, Kirschen, Walnüsse oder Pflaumen. „Ich bin mir gar nicht so sicher, ob alle Baumpaten diese Früchte ernten, oder ob andere Menschen das übernehmen“, sagt Henrike Mölleken schmunzelnd.

Schließlich sind die Bäume auf den Wiesen am Hipkendahl, Schreinersbusch, Im Hölken und auf Lichtscheid im Laufe der Jahre mächtig gewachsen — und in so manchem Fall beim Spender in Vergessenheit geraten. „Es sind zumeist hochstämmige Bäume, da muss man zum Pflücken schon die Leiter mitbringen“, sagt Henrike Mölleken.

Die Aktion sollte Menschen Freude machen, die über keinen eigenen Garten verfügen. Und damit die Ernte gut ausfällt, wurde Obstsorten ausgewählt, die in die Region und zum Wuppertaler Klima passen.

2002 mussten am Schreinersbusch 278 Bäume neu gepflanzt werden, weil sich der ursprüngliche Standort zu nahe am Wald befand und sich als ungeeignet erwiesen hatte. Damals gingen einige Bäume verloren, aber die Paten wurden angeschrieben und konnten neue Patenschaften eingehen“, erinnert sich Henrike Mölleken.

Weitere Baumpatenschaften und Pflanzungen hat es seitdem nicht mehr gegeben. „Das liegt daran, dass die geeigneten Flächen fehlten“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler.