Stadtentwicklung in Wuppertal Platz für 200 Mitarbeiter: Die Barmer mietet Teil des Happich-Geländes

Wuppertal · Die Geba-Gruppe, Eigentümer der Fläche, baut für den Konzern ein neues Druck- und Verteilzentrum für 200 Mitarbeiter. 2021 soll Einzug sein.

 Rund 200 Mitarbeiter werden ab 2021 in dem neuen Dienstleistungszentrum der Barmer tätig sein.

Rund 200 Mitarbeiter werden ab 2021 in dem neuen Dienstleistungszentrum der Barmer tätig sein.

Foto: Fries, Stefan (fri)

Der Neuzugang auf dem ehemaligen Happich-Gelände wächst und wächst: Die Grundstückseigentümerin, die Geba-Gruppe, baut dort ein Druck- und Verteilzentrum für einen  prominenten Mieter aus Wuppertal: die Barmer.

Die Krankenkasse, die ihren Hauptsitz auf Lichtscheid gegenüber der Bergischen Sonne hat, wollte sich zunächst auf Anfrage dazu nicht äußern. Michael Hagenkötter, Geschäftsführer der Geba-Gruppe, bestätigte aber entsprechende WZ-Informationen. Mehr als zehn Millionen Euro investiert die Eigentümerin. Der Geba-Gruppe gehört das riesige Areal auf Clausen, das einst die Konsumgenossenschaft Vorwärts-Befreiung beherbergte.

Im zweiten Quartal 2021 soll die Barmer einziehen. „Das ist der Stand jetzt“, sagt Hagenkötter. Aufgrund von Corona stehe das unter Vorbehalt. Bislang habe es aber keinen Verzug gegeben.

Seit Anfang des Jahres laufen die Arbeiten nach Plan. Eine alte Halle wurde zum Teil abgerissen und neu gebaut (5500 Quadratmeter). Daneben entsteht ein neues, dreistöckiges Bürogebäude mit 3500 Quadratmetern Nutzfläche. 200 der insgesamt 1900 Mitarbeiter der Barmer in Wuppertal werden künftig auf Clausen tätig sein, wie ein Sprecher der Krankenkasse dann auf erneute Anfrage der WZ mitteilte. Die Verlagerung sei notwendig geworden, weil der Platz auf Lichtscheid nicht mehr ausreiche.

Einige Anwohner ärgern sich über Baulärm

Nicht ganz so glücklich mit dem Verlauf der Arbeiten sind einige Anwohner der angrenzenden Paracelsusstraße. Zwar ist das Happich-Gelände durch eine Schallschutzwand abgetrennt. Trotzdem, so klagte ein WZ-Leser, gebe es oft Lärm. „Und zwar von morgens bis abends“, so der ältere Herr.

Auch bei der Stadt sind zwei Beschwerden aufgelaufen. Zum einen ging es um die Staubentwicklung, zum anderen sei, so ein Vorwurf aus der Nachbarschaft, einmal zu früh am Morgen mit den Arbeiten begonnen worden. Beide Male habe die Baufirma aber entsprechend reagiert, heißt es von der städtischen Pressestelle.

Hagenkötter hat Verständnis für die Anwohner. Und bittet gleichzeitig um Nachsicht. Es sei nun mal eine Baustelle, da sei Lärm nicht ganz vermeidbar. Die groben Arbeiten würden sich auch nicht mehr lang hinziehen. Dann folge der nicht mehr so lärmintensive Innenausbau. Das gesamte Gelände sei schon seit Jahrzehnten Gewerbefläche. Zudem werde der Bereich, in dem jetzt gebaut wird, auch einfach „schöner“. Zuletzt lag er brach, die Halle war graffiti-beschmiert. Zukünftig gebe es wieder eine soziale Kontrolle.

Wirtschaftsförderung ist froh
über Partner wie die Geba

Dass, wie der Leser bemängelt, keinerlei Information an die Anwohner ging, was bei vielen größeren Baustellen üblich ist, bedauert er. „Das ist leider vom Generalunternehmer versäumt worden.“ Man werde die Arbeiten weiter im Blick behalten, erklärte der Leser gegenüber unserer Zeitung. Schon die Schallschutzmauer sei vor Jahrzehnten auf Betreiben der Anwohner errichtet worden.

Froh ist die Städtische Wirtschaftsförderung, dass die Barmer in Wuppertal und nicht anderswo neu bauen lässt, was auch im Raum stand. „Die Geba ist der Hammer“, lobt Rolf Volmerig, Chef der Wirtschaftsförderung. Schon seit vielen Jahren sei der Projektentwickler ein starker Partner der Stadt. Die Spezialität: Die Revitalisierung von Industriebrachen. „Und die Geba bereitet diese Flächen schnell auf.“

Dank der Geba konnte, so Volmerig, zum Beispiel die Firma Klauser vor einigen Jahren auf einem anderen Teil des Happich-Geländes ihr Zentrallager errichten und damit in Wuppertal gehalten werden – ebenso wie jetzt die Barmer. „Wenn die Geba sagt, sie liefert, dann liefert sie auch“, betont Volmerig. Gerade was große Gewerbeflächen angeht, sei die Stadt auf solche Partner angewiesen.

Die Geba-Gruppe hat bereits einige Gewerbeparks in Wuppertal entwickelt, unter anderem in der Fleute an der Lenneper Straße und an der Industriestraße. Zentralsitz ist die Königsberger Straße. „Der Schwerpunkt ist Gewerbe. Normalerweise kaufen wir keine reinen Wohnimmobilien“, sagt Michael Hagenkötter. Ziel sei es immer, die vorhandenen Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.

Das Happich-Gelände – insgesamt gut 200 000 Quadratmeter, die durch die Clausenstraße geteilt werden – hat die Geba-Gruppe schrittweise seit 2009 erworben. 15 bis 20 Mieter sind dort untergebracht. „Wir vermieten in allen Größen, von zehn Quadratmetern bis Ende offen“, sagt Hagenkötter.

(est)
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