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Deweerthscher Garten: Wuppertaler werden beteiligt

Umgestaltung : Deweerthscher Garten: Wuppertaler werden beteiligt

Online sollen sich Nutzer und Anwohner in den Umgestaltungs-Prozess einbringen können.

Seit Sommer 2020 ist klar, dass der Deweerth’sche Garten in Elberfeld umgestaltet werden soll. Wie die WZ berichtete, will die Stadt 1,62 Millionen Euro investieren, davon ein Großteil über Fördermittel. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld berichtete Michael Gehrke, der Abteilungsleiter Freiraumplanung der Stadt, vom geplanten Beteiligungsverfahren.

Gehrke nennt die Umgestaltung des Deweerth’schen Gartens ein „Herzensanliegen“. Die Pandemie habe den planmäßigen Start des Beteiligungsverfahrens verhindert, das eigentlich Veranstaltungen wie Workshops vorsehe. Anfang 2021 sei jedoch die Entscheidung gefallen, ein Onlineverfahren zu entwickeln, um die Wünsche der Parknutzer abzufragen. Auf einer virtuell begehbaren Karte können interessierte Bürger dann ihre Ideen und Kommentare hinterlassen. Auch die Einträge anderer Nutzer können bewertet und kommentiert werden. Mit der Umsetzung habe man das Planungsbüro „Wer denkt was“ beauftragt, das auch die Plattform Talbeteiligung betreue. Sie werden auch die Beiträge und Kommentare der Karte moderieren, um Beleidigungen und unangemessene Inhalte zu filtern. Das digitale Verfahren sei „aus der Not geboren, aber spannend“, so Gehrke. Als Start für die virtuelle Karte sei der 10. Mai geplant. Abgestimmt wurde das Verfahren mit der Stabstelle Bürgerbeteiligung der Stadt.

Onlinebeteiligung finde in Wuppertal bereits seit einiger Zeit durch die Plattform Talbeteiligung statt, berichtet Clara Utsch aus dem Team Bürgerbeteiligung. Eine digitale Karte, ein sogenanntes „Crowd Mapping Tool“, nutze die Stabstelle jedoch zum ersten Mal. Aus Sicht der Bürgerbeteiligung habe die Umgestaltung des Deweerth’schen Gartens den Vorteil, dass es ein sehr konkreter Ort sei und ein enger Bezug zum eigenen Leben der Bürger bestehe.

Zusätzlich zum digitalen Verfahren wird auch eine analoge Alternative angeboten, wie Gehrke erklärt. In der Sitzung der Bezirksvertretung war es zu entsprechenden Nachfragen von Vertretern der Parteien SPD und Die Linke gekommen. Anregungen und Wünsche könnten demnach auch auf Postkarten geschrieben werden, die zusammen mit Informationen zum Thema direkt im Deweerth’schen Garten ausgehängt würden, berichtet Gehrke. Sofern es die Pandemie zulasse, wolle man außerdem an einem Wochenende eine Präsenzveranstaltung durchführen. „Ich hoffe, dass wir vor Ort sein können“, so Gehrke.

Michael Felstau wünscht sich
eine nachhaltige Entwicklung

„Ich bin sehr gespannt und freue mich drauf“, sagt Michael Felstau, Vorstand des Fördervereins Historische Parkanlagen zum nahenden Start des Beteiligungsverfahrens. Der Verein hatte sich 2004 ursprünglich als Förderverein Deweerth’scher Garten gegründet und beobachtet die Entwicklungen seit langem. Der Garten habe eine sehr intensive Nutzung und sehr verschiedene Nutzerinteressen, so Felstau. Es gelte unterschiedlichste Bedürfnisse abzustimmen, daher begrüßt er die Einbindung der Bürger. Hier werde sich auch der Förderverein beteiligen. Noch habe der Verein kein eigenes Konzept entwickelt, der Leitgedanke orientiere sich jedoch an der Wiederherstellung historischer Situationen. Wichtig ist Felstau, dass auf die Investition auch Pflegemaßnahmen folgen. Sein Wunsch an die Verwaltung lautet daher, dass diese zur Umgestaltung auch ein Konzept zur nachhaltigen Pflege des Parks entwickeln möge.