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Deutsche-Bank-Vorstand wirbt in Wuppertal für Kooperation mit Russland

Neujahrsempfang : Deutsche-Bank-Vorstand wirbt für Kooperation mit Russland

Bernd Leukert skizziert in der Stadthalle ein schwieriges Jahrzehnt.

Der neue Vorstand der Deutschen Bank, Bernd Leukert, rechnet für die Welt, für Europa und für Deutschland mit herausfordernden 2020-er Jahren. Das sagte Leukert am Mittwochabend vor den rund 600 Gästen des Neujahrsempfangs des Geldhauses, das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert.

Nach einigen turbulenten Jahren ist es in den vergangenen Monaten ruhiger geworden um die Deutsche Bank, die in 60 Ländern der Erde vertreten ist. Leukert selbst ist seit knapp einem halben Jahr an Bord und kümmert sich nach eigenem Bekunden vornehmlich um die Integration der Postbank in das Unternehmen. Grundsätzlich besinnt sich die Deutsche Bank nach Angaben des Leiters der Region West, Ralf Ehser, in Zukunft wieder mehr auf ihre Wurzeln. So hat sie neben der Privatkunden- nun auch eine Unternehmensbank gegründet, die nationale und internationale Aktivitäten ihrer Firmenkunden finanzieren hilft.

Dass es dabei in Zukunft mehr denn je auch um Nachhaltigkeit gehen wird, daraus machte Leukert in seiner Ansprache keinen Hehl. So habe der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, jüngst auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gefordert, nur noch solche Investitionen zu finanzieren, die der Nachhaltigkeit dienten.

Klimawandel und Umweltschutz ist denn auch eines von vier Themenfeldern, die Leukert als entscheidend für die Zukunft auch des Wirtschaftsstandortes Deutschland identifiziert hat. Der ehemalige Technikvorstand von SAP hat festgestellt, dass die Stimmung in der Finanzwirtschaft gerade eindeutig in diese Richtung kippt. So erfreuten sich nachhaltige Fonds stetig steigender Beliebtheit.

Die Größe des Heimatmarktes von Produzenten, auch von Finanzdienstleistungen, ist nach Ansicht Leukerts ein weiteres wichtiges Kriterium für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaftsmächten wie Deutschland. Er fordert deshalb mehr und engere Zusammenarbeit in Europa „und auch mit den Staaten der ehemaligen Sowjetunion“. Sonst hätten Deutschland und Europa den USA und China nicht genügend entgegenzusetzen.

Wie notwendig es ist, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und neue Allianzen zu knüpfen, machte der Deutsche-Bank-Vorstand am neuen Kalten Krieg deutlich, der zwischen den USA und China tobe. Wer sich hier auf eine Seite schlage, der verliere, mutmaßt Leukert. Vielmehr müsse Europa stärker werden, um sich einen Platz am Verhandlungstisch verschaffen zu können.

Schließlich warnte der Deutsche-Bank-Vorstand davor, der Technologierevolution allein mit dem Ausbau des 5G-Netzes zu begegnen. „Wenn wir da nicht mehr wollen, dann werden wir verlieren“, sagte der IT-Fachmann.