Der Zoo soll grüner werden und 200.000 Gäste zusätzlich anlocken

Der Zoo soll grüner werden und 200.000 Gäste zusätzlich anlocken

Der neue Zoodirektor Arne Lawrenz stellt in seinem Entwicklungskonzept ehrgeizige Pläne für einen attraktiveren Zoo vor.

Wuppertal. Der Wuppertaler Zoo steht vor einem umfassenden Wandel, der bis zum Jahr 2020 fast jeden Bereich der Anlage umfassen wird. So sieht es jedenfalls das Entwicklungskonzept vor, das Zoodirektor Arne Lawrenz am Mittwoch Mitgliedern des Zoovereins und des Kulturausschusses vorstellte. Lawrenz will die Besucherzahlen pro Jahr von rund 600.000 auf 800.000 steigern und Sponsoren für seine Pläne gewinnen.

Ein übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung der Tierhaltung. Dieses Ziel soll durch einen neuen Zuschnitt der Reviere erreicht werden. Der Zoo setzt Schwerpunkte und plant, sich von einer Reihe von Tierarten zu trennen, wovon andere räumlich profitieren könnten. Deutlich vergrößert werden soll die Elefantenanlage, ein Alleinstellungsmerkmal des Zoos. Auf dem Prüfstand steht die Eisbärenanlage. „Kleckern hilft nichts. Will man Eisbären halten, muss man ein deutlich größeres Gehege mit Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere schaffen“, erklärte der Zoodirektor.

Das Konzept für einen „grünen Zoo“, das Arne Lawrenz gemeinsam mit Verwaltungschef Karl-Joachim Flender, Kurator André Stadler und dem Biologen Andreas Haeser-Kalthoff erarbeitet hat, sieht eine Vielzahl von Ideen und Projekten vor. Nicht alle Pläne setzen kostspielige Bauvorhaben voraus. So wird zum Beispiel darüber nachgedacht, Tierarten zu vergesellschaften — also in Gehegen gemeinsam zu halten. Etwas überraschend ist dieser Ansatz im Fall der Wolfsanlage, die noch in diesem Jahr über drei Zugänge mit der Bärenanlage verbunden werden soll. Den beiden älteren Kodiakbären traut Lawrenz zu, dass sie sich gegen futterneidische Nachbarn behaupten können — und umgekehrt den Wölfen auch.

Ein weiterer zentraler Ansatz des Entwicklungskonzepts ist die Nutzung der seit Jahren fast komplett brachliegenden Zoosäle als Internationales Kompetenz- und Bildungszentrum. Dort will Lawrenz, der langjährige Tierarzt des Zoos, in der alten Veterinärstation das Veterinärmedizinische Zentrum Wuppertal (VZW) aufbauen. „Ein solches Zentrum wäre einmalig in Deutschland“, sagt Lawrenz. Die Räumlichkeiten könnten zudem als Zooschule genutzt werden. Interesse an einer Zusammenarbeit hat bereits die Junior-Uni angemeldet.

Außerdem bietet das riesige Gebäude Platz für ein modernes Aquarium und Terrarium und wäre auch als repräsentativer Zoo-Haupteingang geeignet. Mit den Ideen für die Zoosäle befasst sich bereits das Gebäudemanagement der Stadt. Unbeantwortet blieben am Mittwoch Fragen zur Finanzierung des Konzepts. Steigende Besucherzahlen und Einnahmen in der Gastronomie könnten aber für Rückenwind bei der Sponsorensuche sorgen. „Wuppertal hat den landschaftlich schönsten Zoo Europas“, sagt Arne Lawrenz, der kurz nach seinem Amtsantritt in die Offensive geht.

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