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Der Wuppertaler Tag des guten Lebens strahlt in die ganze Stadt aus

Aktionstag auf dem Platz der Republik : Der Tag des guten Lebens strahlt in die ganze Stadt aus

Als der Aktionstag am Sonntagvormittag anlief, hatte sich der Regen längst verzogen. So ließen sich Ideen für ein nachhaltiges Leben viel besser zeigen und vermitteln.

Macher und Besucher vom „Tag des guten Lebens“ hatten Glück. Als der Aktionstag am Sonntagvormittag anlief, hatte sich der Regen längst verzogen. So ließen sich Ideen für ein nachhaltiges Leben viel besser zeigen und vermitteln. Und statt grauer Wolken wehte der Wind klassische Klänge über den Platz der Republik, wo ein großer Teil, aber längst nicht alles an Programm ablief. Die Musik kam von der zentralen Bühne, auf der um 11 Uhr – Stichwort „Uptown Culture“ – Hip Hop-Tänzer und Mitglieder des Sinfonieorchesters gemeinsam für Festivalstimmung sorgten.

Egal welchen der drei mit Flatterband abgetrennten Bereiche man besuchen wollte – für den Einlass brauchte es einen negativen Test. Kurzentschlossene konnten sich ab zehn Uhr im Nachbarschaftsheim testen lassen. Je früher man vorm Testzentrum stand, desto schneller ließ sich ein Rundgang starten.

Die pralle Sonne kam den Leuten vom Verein Gemeinwohl-Ökonomie gerade recht. Was von weitem wie eine versilberte Satellitenschüssel aussah, stellte sich als Solarofen heraus. Auf dem lässt sich ganz ohne Strom und Gas kochen. Ein Produkt „Made in Germany“, so Vereinsmitglied Beate Petersen, das lokal wie global funktioniere. Für zukunftsfähig hält sie auch den Einsatz von Stecker-Solaranlagen und hat auch schon die ersten Schulen als Kooperationspartner gewinnen können.

Ein Hingucker war auch der „Pavillon der Zukunft“. Dabei handelte es sich um eine nach außen gewölbte Holzkonstruktion mit Zeltdach, die das Projekt „Zukunft denken“ errichtet hatte. Hier stellten Schüler vom Johannes Rau-Gymnasium ihre Ideen zu Mobilität, Ernährung und Quartiersentwicklung aus. Speziell ging es um fünf Barmer Orte, die sich – so der Wunsch der Jugendlichen – von „Asphaltwüsten“ in Räume mit „mehr Spielflächen“ verwandeln sollen. Damit es nicht bei den Visionen bleibe, erklärte Projektbetreuerin Sarah van den Borre, seien Gespräche zwischen Schülern und Politikern geplant.

Apropos Spielflächen: Die gab es beim Tag des guten Lebens für die jungen Besucher. Unter dem Motto „Es ist kein Müll, es ist Ressource“ nahmen Mädchen und Jungen an einem Recycling-Basteln teil. Laternen- und Straßenmasten wurden genutzt, um Kinderbilder zum Thema „Mein Traumviertel“ zu zeigen – eine Initiative von Organisatorin Liesbeth Bakker (Ideaalwerk). Und was hatte es mit den Zebras aus Pappmaché auf sich, die Grundschüler gemalt hatten? „Die markieren Orte, wo die Kinder meinen, dass ein Zebrastreifen fehlt“, erklärte Gabi Kamp vom Nachbarschaftsheim.

Spielerische Angebote für Erwachsene gab es natürlich auch. Auf Einladung von Uta Atzpodien und Michael Felstau hatte der Künstler Frank Fischer sechs Kubikmeter Humuserde aufgeschüttet. Über rote Läufer konnten Besucher den Erdhügel einzeln begehen, berühren oder auch sich drauflegen. „wERDschätzung“ nennt Fischer seine Installation. Damit will er das Bewusstsein für die Erde und den Bezug zur Erde, den seiner Ansicht nach viele Menschen verloren haben, wiederbeleben.

Damit war das Programm des Aktionstages noch lange nicht ausgeschöpft. Am Nachmittag gab es Theater rund um Lieferketten auf der Bühne, und Dörte Bald trat mit „Songs für das gute Leben auf“. Wer Zeit für einen Abstecher zum Schniewindschen Park hatte, konnte beispielsweise an einer Tauschbörse für Pflanzen und Saatgut oder einem Radfahrkurs teilnehmen. Und wie weit der Tag des guten Lebens bereits ausstrahlt, ließ sich an den Veranstaltungen ablesen, die in Cronenberg, Wichlinghausen und Triebelsheide stattfanden.