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Der Wunder-Asphalt aus dem Tal

Der Wunder-Asphalt aus dem Tal

Nachgehakt: Ende Juni rechnet die Stadt mit Ergebnissen aus dem Projekt Morianstraße. Zum Einsatz könnte der Asphalt bald an der Carnaper Straße kommen. Auch in Hamburg, Bonn und Stuttgart wird er bereits eingesetzt.

Wuppertal. Während über die Verkehrsführung an der Morianstraße diskutiert wird, steht gleich neben dem Neubau am ehemaligen Hertie-Gelände ein nicht weniger bedeutendes Projekt kurz vor dem Abschluss: Derzeit werden die letzten Mess-Ergebnisse aus der Busspur an der Morianstraße wissenschaftlich ausgewertet.

Ende Juni soll es dann konkrete Aussagen zu jenem Projekt geben, bei dem die Stadt Wuppertal in Zusammenarbeit mit der Bergischen Uni einen besonders widerstandsfähigen Fahrbahnbelag getestet hat.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Stadt in Zukunft besonders beanspruchte Fahrbahnen mit dem langlebigen Asphalt versehen wird, um auf lange Sicht Geld zu sparen: "Der Unterschied zwischen der Fahrbahn auf unserer Teststrecke und dem konventionellen Belag ist augenfällig", berichtet Uwe Seidel vom Verkehrsressort der Stadt auf WZ-Nachfrage. Schon mit bloßem Auge lasse sich erkennen, dass der Test-Asphalt weniger Verschleiß aufweise als das sonst benutzte Material. "Noch lässt sich das aber nicht in Zahlen fassen."

Ein weiterer "Kandidat" für den Uni-Asphalt sei in jedem Fall die Busspur an der Carnaper Straße: Bergwärts werde diese Strecke durch anfahrende oder stoppende Fahrzeuge besonders stark beansprucht. Sobald dort Fahrbahnarbeiten anstehen, erwäge man den Einsatz des alternativen Materials. Mit Blick auf die derzeit noch höheren Kosten scheide der Asphalt allerdings als Reparaturmaterial oder für kürzere Strecken aus, fügt Seidel hinzu. Aber auch an Straßen, die täglich durch schwere Fahrzeuge belastet werden - etwa im Einzugsgebiet von Speditionen und anderen Firmen - sei der Einsatz des Uni-Asphalts denkbar.

Auch Hartmut Johannes Beckedahl, verantwortlicher Professor und Projektleiter an der Uni, spricht von einem "sehr positiven Verlauf" des Wuppertaler Tests. Im April habe man das Straßenprofil vor Ort untersucht und Nachmessungen vorgenommen. In wenigen Wochen werde man konkrete Zahlen vorlegen und diese dann der Öffentlichkeit vorstellen.

Unterdessen macht das Wuppertaler Beispiel Schule: In der Bonner Innenstadt kommt der alternative Asphalt inzwischen ebenso zum Einsatz wie in Hamm, im Hamburger Containerhafen oder auch auf dem Gelände des Daimler-Chrysler-Konzerns in Stuttgart.

Die Baustelle auf dem Hertie-Gelände habe das Asphalt-Projekt an der Morianstraße jedenfalls nicht beeinträchtigt, fügt Seidel hinzu. Gut zwei Jahre habe man das alternative Material in Elberfeld auf Herz und Nieren testen können, so dass man nun eine gute Grundlage für weitere Planungen mit dem Material habe. Von der Uni gibt es dabei auch ein Lob für die Stadt: Die Zusammenarbeit funktioniere reibungslos.