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Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn

Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn

Der Theologe und Autor Tiki Küstenmacher referierte über das Limbische System — und wie man es sich zum Freund macht.

Wuppertal. Wenn Tiki von Limbi erzählt, dann vermutet man eher, dass das im Rahmen eines fröhlichen Nachmittags in der Kita geschieht. Im Rahmen der Vortragsreihe WZ Wissen, wie am Mittwochabend im Kasino der Barmenia Versicherungen. Da referierte nämlich der Theologe, Bestseller-Autor, Publizist und Karikaturist Werner Tiki Küstenmacher über das Limbische System, von ihm liebevoll „Limbi“ genannt, die Funktionseinheit des Hirn, das Emotionen verarbeitet und Triebverhalten steuert. „Limbi“ ist auch für die Ausschüttung von Endorphinen zuständig.

Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn
Foto: Stefan Fries

In 90 Minuten erfuhren die Zuhörer in der wieder ausverkauften dritten Veranstaltung, wie man sich das rasend schnell arbeitende Limbi zum Freund machen kann und wie es einem hilft, nicht auf Probleme, sondern auf deren Lösung zu schauen.

Küstenmacher machte Limbi zu einem liebenswerten Haustier, das allerdings die Hilfe des analytischen Großhirns benötigt, um seinem Menschen kreativ nützlich zu sein. „Simplify your life mit Limbi — Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn“ war der Abend überschrieben. Dazu führte der Referent auch aus, dass viele uns quälende Sorgen auf Vorurteilen beruhen.

„Von den 155 000 Menschen, die pro Tag auf der Erde sterben, lassen 55 000 ihr Leben aufgrund von Herzerkrankungen, 13 000 an den Folgen des Rauchens, aber lediglich 100 sterben eines gewaltsamen Todes in Folge von Schießereien, Terror oder Mord.“ Und nicht 82 Prozent der Säuglinge dieser Welt sind nicht gegen Masern geimpft, sondern vergleichsweise niedrige acht.

„Viele Dinge sind erheblich besser, als wir sie uns vorstellen. Deshalb glauben Sie nicht Ihren Emotionen“, appellierte Küstenmacher. Ein anderes Beispiel für Vorurteile: das Hamsterrad. „Forscher haben größer dimensionierte Räder in der freien Natur aufgestellt und erlebt, dass die Tiere des Waldes freiwillig hineinklettern, um sich dort auszutoben, Erst durch unser Vorurteil wird das Hamsterrad zur Tretmühle.“ Überhaupt gab es einiges, das Werner Tiki Küstenmacher dem gebannt lauschenden Publikum mit auf den Heimweg gab. „Lassen Sie Ihrem Spieltrieb einfach mal freien Lauf. Das dient der Entschleunigung.“ Oder: „Versuchen Sie, abends mit einem Lächeln einzuschlafen. Dann fällt es Ihnen nämlich umso schwerer, über Unangenehmes nachzugrübeln.“

Riesigen Beifall gab es anschließend für die von Werner Tiki Kistenmacher amüsant und durch heitere Zeichnungen bereicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Limbi. „Ein toller Abend, der gezeigt hat, dass Wissenschaft nicht trocken sein muss, wenn so ein Referent darüber spricht“, sagte die junge Zuhörerin Lisa Riggio wohl stellvertretend für die rund 400 Menschen im Barmenia-Kasino.

Die achtteilige Reihe WZ-Wissen wird am 28. Juni an gleicher Stelle fortgesetzt. Dann spricht Mental- und Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart zum Thema „Brainpower — Vom Gedächtnisbesitzer zum Gedächtnisbenutzer.“