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Der Wachstum auf dem Wuppertaler Arbeitsmarkt hat sich verlangsamt

Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Wachstum verlangsamt

Viele Langzeitarbeitslose fanden Arbeit. Wichtiges Thema bleibt Qualifizierung.

Die Jahresbilanz der Arbeitsagentur für Wuppertal fällt gemischt aus: Die Beschäftigung hat seit dem vergangenen Jahr weiter zugenommen, allerdings wird das Wachstum langsamer. Erfolge gibt es bei Langzeitarbeitslosen, deren Zahl ist kräftig gesunken. Und weil Menschen ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung viel häufiger arbeitslos sind, blieben die Themen Bildung und Qualifizierung die zentralen Herausforderungen, erklärte Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Wuppertal-Solingen, bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz der Agentur.

Von März 2018 bis März 2019 – Datum der aktuellsten Zahlen – stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 987 auf 126 718 und damit um 0,8 Prozent. Dieses Wachstum war in den letzten Jahren höher. Wuppertal liegt damit auch unter dem NRW-Wachstum von 2,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sank um 399 Personen auf 14 692 und damit um 2,6 Prozent. Auch hier hat sich die Dynamik im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Die Unterbeschäftigung ist weiter sehr hoch und mit 14,7 die zweithöchste in NRW.

Anders sieht es beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit aus. Die Zahl stagnierte lange, jetzt gelang es, 555 langzeitarbeitslose Menschen in Arbeit zu bringen. Damit sank die Zahl um 9,5 Prozent auf jetzt 5300. „Das ist auch durch das Teilhabechancengesetz möglich“, betonte Klebe. Dadurch wurden bei Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden bezuschusste Arbeitsplätze geschaffen.

Die Probleme der Wirtschaft zeigen sich unter anderem darin, dass es vermehrt Anfragen zu Kurzarbeit gebe, berichtete Klebe, vor allem aus der Metallbranche und von Automobilzulieferern. Realisiert werde davon bisher aber wenig. 2019 waren im Bergischen Städtedreieck 508 Personen von Kurzarbeit betroffen.

Bei den 126 718 Beschäftigten der Stadt wächst der Anteil ausländischer Arbeitnehmer. Aktuell liegt ihr Anteil bei 13,5 Prozent. Das seien Zuwanderer aus Südosteuropa, inzwischen auch geflüchtete Menschen: „Die Geflüchteten kommen auf dem Arbeitsmarkt an“, sagte Klebe.

In einigen Bereichen steht Wuppertal schlechter als Solingen und Remscheid da, so ist in den Nachbarstädten das Beschäftigungswachstum größer, die Arbeitslosigkeit sank stärker, auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Das zeigt sich auch in den Pendlerzahlen: Inzwischen fahren mehr Menschen von Wuppertal nach Solingen und Remscheid als umgekehrt. Auch insgesamt hat Wuppertal erstmals ein negatives Pendlersaldo: 50 035 Arbeitnehmer fahren zur Arbeit von Wuppertal in andere Städte, 49 996 kommen zur Arbeit nach Wuppertal.