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Der Treppenwitz der Bahn am Wuppertaler Hauptbahnhof

Kommentar : Der Treppenwitz der Bahn am Wuppertaler Hauptbahnhof

WZ-Redakteur Daniel Neukirchen vermisst das Fingerspitzengefühl der Bahn bei der Barrierefreiheit.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn verweigern mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang zum Fahrstuhl – weil diese kein Attest dabeihaben. Was klingt wie ein Witz, ist am Wuppertaler Hauptbahnhof wirklich passiert. Wenn (überfällige) Bauarbeiten schon dafür sorgen, dass den Fahrgästen ein unangenehmer Umweg zugemutet wird, dann sollte die Bahn bitte vor Ort freundliche Service-Mitarbeiter einsetzen, die den Menschen so gut es geht helfen. Stattdessen entscheiden resolute Fahrstuhl-Türsteher, wer in die Kabine darf und wer noch gut zu Fuß zu sein hat. Die Bahn sagt natürlich jetzt: Alles nur ein Kommunikationsproblem. So sollte es nicht sein. Es war aber so und wenn das Unternehmen nicht von der WZ auf diese Praxis angesprochen worden wäre, würde es morgen sicherlich immer noch so laufen. Eine Sache ist bei diesem Fall bemerkenswert: Diese absurde Situation wäre mit ein wenig Fingerspitzengefühl nicht möglich gewesen. Verständlich ist ja der Gedanke, dass der Aufzug nicht von jungen Menschen blockiert werden soll, während gebrechliche Menschen warten. Dass am Ende fußkranke Menschen, die ihr Leiden nicht nachweisen können, mehr als 100 Treppenstufen gehen müssen, kann aber doch niemand wollen. Die Bahn bittet in Corona-Zeiten um das Vertrauen der Fahrgäste. Dank eben solcher Aktionen haben sich wieder eine Vielzahl von Menschen darüber geärgert, dass sie auf der Schiene gereist sind.