Der Tourismus gewinnt in Wuppertal an Bedeutung

Entwicklung : Der Tourismus gewinnt in Wuppertal an Bedeutung

Die Zahl der Hotelübernachtungen ist in 2018 um knapp drei Prozent auf 599 000 gestiegen. Der Ausfall der Schwebebahn wird diese Entwicklung wohl bremsen.

Wuppertal wird als Übernachtungsstandort bei Geschäftsreisenden und Touristen immer beliebter. Das geht aus einem Bericht des Vereins Tourismus NRW hervor, der sich auf Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW beruft. Demnach wurden im vergangenen Jahr mehr als 599 000 Übernachtungen in Wuppertal gezählt, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber 2017. Die Zahl der Gäste stieg sogar um 4,3 Prozent auf rund 241 000. Damit hat sich Wuppertal deutlich besser entwickelt als die Nachbarstädte Remscheid und Solingen, denn im auch gemeinsam vermarkteten Bergischen Städtedreieck ging die Zahl der Übernachtungen insgesamt um 0,4 Prozent auf gut 813 000 zurück. Allerdings wird der Anteil inländischer Gäste in Wuppertal immer größer, während die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste massiv sinkt: Hier musste ein Minus von zwölf Prozent verbucht werden.

„Das ist schon gravierend“, sagt Holger Piwowar, Geschäftsführer von Bergisches Land Tourismus Marketing. Piwowar kann sich den Rückgang der Übernachtungszahlen von Gästen aus dem Ausland nur damit erklären, dass einige große internationale Messen in Köln und Düsseldorf nur alle zwei Jahre stattfänden.

Dabei werbe Bergisches Land Tourismus Marketing verstärkt auf Messen im Ausland für die Region, zuletzt vor allem in den Niederlanden und Belgien. Die Zahlen seien hier auch gestiegen, während die Gästezahlen aus China einbrachen. Auch hier sieht Piwowar einen Zusammenhang zu den fehlenden Messen in der Region 2018.

Das seit einigen Jahren intensiv betriebene Marketing für die Region mache sich insgesamt aber in den Zahlen deutlich bemerkbar. Darauf verweist auch Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing. Die Übernachtungszahlen in Wuppertal seien von gut 450 000 im Jahr 2010 auf mittlerweile fast 600 000 gestiegen. „Das sind eher Urlauber, weil äußere Faktoren wie Messen insgesamt eher gleich geblieben sind“, ergänzt Holger Piwowar. Außerdem zeige der Neubau von fünf Hotels in der Region, dass Investoren die langfristige Entwicklung positiv bewerteten. In Wuppertal wurde zuletzt das neue Holiday Inn-Hotel am Wall eröffnet, das „99 Hotel“ am Kasinokreisel soll Mitte April erstmals Gäste in Empfang nehmen. Martin Bang verweist zudem auf die steigende Zahl von Anfragen bei Wuppertal Marketing, auch wenn viele Buchungen dann auf anderen Wegen, vorwiegend über Internetportale erfolgten.

Ein massiver Einschnitt bei den Übernachtungszahlen wird allerdings in diesem Jahr aufgrund des Schwebebahnausfalls erwartet. Große Reisegruppen hätten zuletzt ihre Buchungen storniert, sagt Martin Bang. Auch wenn Wuppertal und die Region viel zu bieten hätten, sei die Schwebebahn nun mal der Hauptwerbeträger für Touristen, sind sich Piwowar und Bang einig. Man könne zwar mehr Stadtrundfahrten anbieten, so Bang. „Aber den Ausfall der Schwebebahn kann man nicht aufwiegen.“

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