1. NRW
  2. Wuppertal

Der schwierige Kampf für die Region - Interview mit Bodo Middeldorf

Der schwierige Kampf für die Region - Interview mit Bodo Middeldorf

Es geht nicht nur um Fördergelder, sagt die Bergische Entwicklungsagentur und sieht sich als innovativer Projekt-Unterstützer – auch wenn das nicht alle verstehen.

Herr Middeldorf, es gibt Menschen, die behaupten, der Bergischen Entwicklungsagentur gehe es nur darum, möglichst viele Fördergelder einzustreichen. Stimmt das?

Bodo Middeldorf: Das stimmt definitiv nicht. Es geht zwar auch darum, Fördermittel beim Land einzuwerben, es ist aber vorwiegend das Ziel, Projekte in der Region aufzugreifen und zu vernetzen, sowie die Akteure bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Middeldorf: Richtig, das ist unsere wesentliche, strukturpolitische Aufgabe.

Middeldorf: Doch, wir entwickeln auch selbst Ideen und überlegen gemeinsam mit der Region, was man aus diesen Ideen machen kann.

Middeldorf: Ich glaube, im Grundsatz ist das regionale Bewusstsein in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Vor diesem Hintergrund wissen die meisten Menschen sicherlich auch, dass es wichtig ist, dass man regional zusammenarbeitet. Was die Agentur selbst macht? Da kann man in der Tat für weitere Erkenntnisse sorgen.

Middeldorf: Also, ich will hier nicht im Einzelnen auf diese schwierigen fördertechnischen Dinge eingehen, sondern will nur sagen, dass wir uns natürlich auch um die Übersetzung dieser Sachverhalte kümmern, mit denen wir es auf Landesebene zu tun haben. Wir kommunizieren diese Sachverhalte in die Region hinein, wir erklären sie dann auch den regionalen Akteuren.

Middeldorf: Ich glaube schon, dass zumindest die Kommunalpolitiker, die in den entsprechenden Ausschüssen sitzen, wissen, um was es geht. Ich gebe Ihnen jedoch Recht, selbst wir müssen manches Mal zwei- oder dreimal lesen und selbst dann noch nachfragen, damit sich uns der Sinn erschließt. Aber dafür sind wir da.

Middeldorf: Ziel-2 ist eine Förderung, die über den europäischen Fonds für regionale Entwicklung abgewickelt wird, und die dafür sorgen soll, dass man strukturschwache Räume in NRW nach vorne bringt.

Middeldorf: Ja (lacht), aber wir sind auch Übersetzer.

Middeldorf: Wir haben ein eigenes Personalbudget und Abordnungen der einzelnen Städte, so dass wir personell gut ausgestattet sind. Unser Sachkostenbudget liegt bei etwa 100000 Euro.

Middeldorf: Das ist richtig.

Middeldorf: Insgesamt etwa 750000 Euro.

Middeldorf: Also, diese Erfolge werden sich vor allem durch unsere Arbeit einstellen. Sie werden möglicherweise nicht zu messen sein, was die Höhe der Fördermittel betrifft. Eher im Hinblick auf die Frage, wie konnten die Projekte der einzelnen Akteure nach vorne gebracht werden. Ganz konkreter Erfolg ist natürlich auch die Erarbeitung konkreter Projektkataloge, die wir dem Land vorstellen. Es gibt schon den Erfolg, dass man weiterhin als Region wahrgenommen wird.

Middeldorf: Also das ist dann nicht mehr weich, wenn es konkret um Wettbewerbe geht. Und wenn wir uns beispielsweise einem Wettbewerb gegenüber dem Ruhrgebiet stellen müssen, dann wird das ganz handfest.

Middeldorf: Wir haben jüngst einen Katalog an wichtigen stadtentwicklungspolitischen Projekten vorgelegt, da wird es aus jeder Stadt ein Impulsprojekt geben. In Wuppertal etwa die Junior-Uni. Mit diesem Projekt sind wir beim Land ganz konkret aufgeschlagen.

Middeldorf: Das Land nimmt ja nur noch Regionen wahr. Das heißt, diese Region muss sich auch als Region präsentieren.

Middeldorf: Ja, aber hier ist es definitiv so. Das gilt für viele andere Regionen auch. Wir sind Sachwalter und Lobbyist für die einzelnen Projekte der Städte im Bergischen Städtedreieck. Bei der Junior-Uni geht es uns vor allem um den zukünftigen Standort, das Gebäude der ehemaligen Färberei am Wupperufer. Also ein Stadtentwicklungsprojekt. Für das möchten wir Fördermittel einwerben.

Middeldorf: Das kann ich nicht ausschließen, aber Fakt ist, dass wir uns um eine Weiterentwicklung und Positionierung dieses Projektes bemühen. Die Missverständnisse zwischen der Wuppertal Bewegung und uns sind ausgeräumt, wir arbeiten jetzt Hand in Hand. Die Arbeitsteilung ist klar, die Wuppertal Bewegung wird zusammen mit der Stadt die Nordbahntrasse vorantreiben, wir kümmern uns um den Bergischen Trassenverbund.

Middeldorf: Ich glaube, das ist eine Daueraufgabe.