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Der Meister der Kettensäge kommt aus Wuppertal

Der Meister der Kettensäge kommt aus Wuppertal

Felix Naumann setzt auf Schnelligkeit und Präzision.

Wuppertal. Im Umgang mit der Kettensäge macht Felix Naumann niemand etwas vor. Als Forstwirt (früher hieß es Waldarbeiter) hat der 26-Jährige jeden Tag beruflich mit den starken Maschinen zu tun. Sein Arbeitstag beginnt morgens um halb sieben, wenn sich die Forstwirte an der Oberbergischen Straße absprechen, was zu tun ist. Der Rest des Tages spielt sich in der freien Natur ab - und ist von der körperlichen Arbeit im Wald geprägt. Die Motorsäge ist dabei täglicher Begleiter und wichtiges Werkzeug.

Gute Voraussetzungen für die Teilnahme an der NRW-Waldarbeitsmeisterschaft, die Felix Naumann dieses Jahr mit klarem Abstand zu seinen 33 Mitbewerbern gewann. Neben Disziplinen wie Präzisionsschnitt und Zielfällung (der Baum muss genau in einen vorgegebenen Bereich fallen) stand auch der schnelle Kettenwechsel der Motorsäge auf dem Wettkampfplan. Der nächste Termin steht schon fest: Naumann ist Gast bei der Hessischen Landesmeisterschaft. Er will Wettkampferfahrung sammeln.

Der Anzug, den Naumann für den offiziellen Glückwunsch durch Oberbürgermeister Peter Jung angezogen hat, entspricht nicht ganz seinem Naturell. Offensichtlich fühlt sich der Forstwirt erst wohl, wenn er seiner eigentlichen Arbeit im Forstgebiet Elberfeld nachgeht. "Ich bin wohl etwas perfektionistisch veranlagt", sagt der Landesmeister -und wirkt dabei sehr überzeugend. Der Spaß am millimetergenauen Sägen mit der wuchtigen Motorsäge und die tägliche Arbeit im Forst sind auch die Motivationsquelle für Naumanns Wettkampfaktivitäten. Extra trainieren muss er nicht.

Seine Biographie ist von einem entscheidenden Bruch geprägt. Nach dem Abitur studiert der Sohn eines Diplom-Physikers in Wuppertaler Chemie. Doch nach fünf Wochen Hörsaal bricht er ab. Ein Leben im Büro oder im Labor kann er sich nicht vorstellen. "Einfach zu eng" sagt er. Der Studienabbruch ist im ersten Moment ein Schock für seine Eltern.

Doch das Entsetzen legt sich relativ schnell wieder, der neue Berufswunsch wird akzeptiert. 2004 beginnt Felix Naumann seine Ausbildung bei der Stadt Wuppertal. Bereits 2007 gewinnt er den Berufswettbewerb für landwirtschaftliche Berufe auf Landes- und Bundesebene. Dieser Ehrgeiz und sein Hang zur Perfektion verschaffen ihm auch seine Festanstellung beim Forstamt.

"Eigentlich gab es keine freie Stelle", so der Leiter der Forstabteilung Albert Vosteen, "aber so einen Mann kann man doch nicht gehen lassen." Inzwischen ist Naumann Vorarbeiter im Elberfelder Revier, was für sein Alter ungewöhnlich ist.

Weitere Ziele? Einmal an den professionellen Stihl Timbersports Series teilzunehmen, die auch im deutschen Fernsehen übertragen werden, könnte sich der Forstwirt schon vorstellen. Dabei geht es allerdings mehr ums Sportholzfällen als um Arbeitsgeschick. Beispielsweise wird ein Baumstamm mit 30 Zentimeter Durchmesser mit einer Axt gefällt. In zwei Jahren wird er aber erst einmal NRW beim nächsten Bundeswettbewerb vertreten.